27. Oktober 2013

Helm auf oder besser runter vom Gas? Helme bleiben weiterhin unbeliebt

Helmets Still Unpopular



Die Deutschen mögen weiterhin keine Fahrradhleme tragen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. 64% der Radfahrer tragen nie einen Helm, 33% halten Helme beim Radfahren für überflüssig. Nur 26% tragen fast immer einen Helm. Helme sind bei Ostdeutschen unbeliebter als bei Westdeutschen, bei Älteren unbeliebter als bei Jüngeren. 2004 waren es nur 7% der Radfahrer, die regelmäßig einen Helm trugen. Die permanente Diffamierung der Radler ohne Helm scheint Wirkung zu zeigen und Versicherern, Politikern, Verbänden und den Helmherstellern entgegenzukommen. Dagegen scheinen Fußgänger bislang noch nicht als Zielgruppe für die Helmvermarktung entdeckt worden zu sein.





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Kommentare:

  1. Es kommt ja immer drauf an, wen man fragt. Wer schon einmal einen Unfall mit dem Rad hatte und dabei von einem Helm behütet war, ist sicherlich eher der Meinung, dass so eine Styroporschale hilft, als jemand, der dem gegenüber generell abgelehnt ist und auch noch keinen Vorfall erlebt/gesehen hat. Auch zeigen ja immer wieder "Studien" (wie auch immer die entstanden sind), dass Helme kein Allheilmittel sind, sondern nur in bestimmten Konstellationen helfen. Plus der immer wieder geäußerten Tatsache(?), dass Autofahrer bei behelmten Erwachsenen zu denken scheinen, dass man da nicht aufpassen muss als motorisierter Verkehrsteilnehmer und extra dicht an die Pedalisten ranfährt. "Sie sind ja geschützt durch einen Helm!"

    Als Liegedreirad-Fahrer habe ich auch oft drüber nachgedacht, gerade weil Hamburg ein wenig tolerantes Pflaster in Bezug auf Autofahrer und Radfahrer ist - in beiden Richtungen nicht. Doch für mich habe ich mich GEGEN den Helm entschieden, weil er mich in meiner (Bewegungs-)Freiheit einschränkt und mich nicht vor den Verletzungen schützt, für die er konzipiert wurde. Von drei Rädern umgeben und aus keinem Meter Höhe ist die Chance zu stürzen relativ gering.

    Sinnvoll in der heutigen Zeit ist meiner Meinung nach der Einsatz eines Kopfschutzes für Kinder und "Berufsradler" (Pendler wie Radkuriere), da diese zusätzlich auch aus ganz anderen Gründen stürzen bzw. Verletzungen erleiden als der typische Freizeit-Radler. Jedoch frage ich mich, wie mein Jahrgang und die Generationen drumherum bloß die Kindheit überleben konnten - pures Glück muss das gewesen sein!

    Da wäre eine "Studie" (schon wieder eine!) interessant, wie sich die Kopfverletzungen der heutigen Zeit mit denen der damaligen Zeit (60er- bis 90er-Jahre) verhalten. Bringen wird sie nichts, aber mit Studien kann man alles so schön in einer Torten- oder Balken-Grafik ausdrücken, wo Worte nicht mehr weiterkommen.

    Aber wie Du schon geschrieben hast... mit dem richtigen Marketing sollten demnächst auch Fußgänger behütet sein. ;-)

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  2. Nicht nur für Fußgänger...
    ...auch bei Autofahrern gibt es gleich hohe Kopfverletzungen, wie bei Radfahrern! Also: Helmpflicht für ALLE, die das Haus verlassen.
    Ach äääh..., die meisten Unfälle passieren bei der Hausarbeit, also... ;-)

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  3. Ich trage Helm. Fahre – schnell – Fahrrad im Beruf als Krankenpfleger (Hauskrankenpflege) etliche Kilometer und fühle mich sicherer als ohne. Zum Glück bisher ohne Sturz mit Kopfbeteiligung. Wenn er – denn – hilft, will ich ihn aufhaben. Autofahrer nerven auch ohne Helm (auf dem Fahrradfahrer) zuletzt Samstag auf der Friedensallee… Ich mit Anhänger und Kind Hupen, offenes Fenster „da ist ein Fahrradweg“ – „nein, da ist kein blaues Schild mit weißem Fahrrad, also kein benutzungspflichtiger!“ …

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  4. Ehrlich gesagt verstehe ich oft nicht, weshalb die Diskussion so aufgeladen und ideologisch geführt wird -- gerade mit den etwas albernen Verweisen auf Fußgänger und Autofahrer. Mich wundert auch die Statistik, weil sie nur mit absoluten Zahlen operiert. Interessanter wäre, wieviel Prozent der sich jährlich im Straßenverkehr bewegenden Radfahrer und Fußgänger das jeweils sind -- ich weiß es wirklich nicht, müsste es aber wissen, wenn ich die Statistik interpretieren soll. So hat das leider null Aussagekraft.

    Der Helm schützt mich vor allem dann, wenn ich aus zwei Metern Höhe auf die Straße knalle. Ich selbst hätte mir dadurch bei einem einzigen Unfall schon mal eine von drei Platzwunden und die Gehirnerschütterung sparen können, wenn ich eher mit dem Helmtragen angefangen hätte. Und mir ist ein Fall aus ehemals direktem Umfeld (die Ex) bekannt, bei dem so ein Sturz ohne Fremdeinwirkung zu einem Schädel-Hirn-Trauma geführt hat, mit mehrjährigen Nachwirkungen.

    Obwohl ich einen Helm für sinnvoll halte und auf Nachfrage auch empfehle, bin ich der Meinung, dass das jeder selbst entscheiden muss. Bei Kindern halte ich es allerdings für sehr geboten, weil die erstens noch eher einen Fahrfehler machen bzw. sich verschätzen, zweitens schlechter zu sehen sind, und drittens sich der Kopf relativ zu Autos in einer gefährlicheren Höhe befindet (direkter Treffer).

    Ich habe übrigens noch nicht feststellen können, dass ich mit Helm von Autofahrern anders behandelt werde als ohne. Weder in Hamburg noch anderswo. Im Übrigen sage ich das alles als überzeugter Fahrradfahrer, der sehr für gravierende Änderungen zugunsten des Velos im Straßenverkehr eintritt -- nur, damit keine Missverständnisse aufkommen. Ich bin allerdings für eine sachliche Debatte ohne Freund/Feind-Schemata. Wir Radfahrer haben genug gute Argumente.

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