30 November, 2014

Wie in Kopenhagen: Luftpumpstation an der Außenalster

Like Copenhagen: Air service station at Alster Lake

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Vor zwei Jahren forderte die CDU in Hamburg Nord Hamburgs Radverkehr durch öffentliche Luftstationen zu fördern. Im Zusammenarbeit mit dem Betreiber des "StadtRAD"-Leihradsystems sollten als Pilotprojekt mindestens zehn Luftstationen in Hamburg Nord eingerichtet werden. Anfang letzten Jahres griff der Bezirk den CDU-Antrag auf und wollte zunächst als Test nur eine Luftstation am Bahnhof Kellinghusenstraße einrichten. Bislang waren Hamburgs Radler auf Fahrradläden angewiesen, von denen einige während der Öffnungszeiten Luftpumpen vor den Geschäften anbieten, falls Radler nicht eigene Luftpumpen am Fahrrad mitführen. Eine weitere Alternative sind ggf. noch Tankstellen.


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Seit dieser Woche steht Hamburgs erste Luftstation nun an der Außenalster gleich neben der Zählsäule an Hamburgs meist befahrenem Radweg. Mit der Einrichtung der Luftstation folgt Hamburg dem großen Vorbild Kopenhagen.

Im Großraum Kopenhagen sind rund zwanzig Luftstationen entlang der "Superradwege" aufgestellt, sowie weitere an wichtigen Radwegen im Stadtgebiet Kopenhagen. Im Fahrradparkhaus des Fisketorvet Einkaufscenters gibt es schon seit mehreren Jahren eine Luftstation. Die Mineralölkette Statiol bietet in Dänemark siebzehn Fahrradpflegestationen an, wo es ebenfalls gratis Luft gibt. Derzeit befinden sich sechs davon im Großraum Kopenhagen, fünf weitere sind im Großraum Kopenhagen geplant. Desweiteren bietet der Bahnbetreiber DSB an zahlreichen Bahnhöfen Luftstationen an. Diese sind in den Werbevitrinen vor den Bahnhöfen und Haltepunkten integriert. Allein fünfzig S-Bahnstationen in der Hauptstadtregion sind damit versorgt. Die Stadt Kopenhagen, die zur weltbesten Fahrradstadt werden möchte, bietet Radlern neben den Luftstationen auch noch andere Goodies an: Schräg aufgestellte Müllbehälter oder Fußstützen vor Ampeln.


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Frederiksberg: Luftstation am "Superradweg"
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Kopenhagen: Luftstation im Einkaufscenter Fisketorvet
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Fahrradpflegestation bei Statoil in Frederiksberg
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Kopenhagen: Luftstation am Bahnhof

Auch in Malmö profitieren Radfahrer vom Luftstationenservice an einigen zentralen Kreuzungspunkten.

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Malmö: Luftstation mit Fahrradstadtplan
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Norderstedt: Kreuzung am Ochsenzoll für den "Pannenflicken 2014" nominiert

Norderstedt: Roundabout at Ochsenzoll nominated for "Pannenflicken" award 2014

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Bislang hat Norderstedts Baudezernent Thomas Bosse die Fehlplanung am Ochsenzoll beharrlich ausgesessen. Als Belohnung wurde die Kreuzung nun nominiert für die deutschlandweite Auszeichnung "Pannenflicken 2014" der "Initiative Cycleride". Norderstedt steht dabei in Konkurrenz u.a. mit Frankfurt, Köln, Geesthacht und Ingolstadt.

Der Knoten Ochsensoll - ein wohl einzigartiges Beispiel für die komplette Vernachlässigung der Belange nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer frei nach dem Motto "schlimmer gehts nimmer"

Die Mitarbeiter der Initiative Cycleride haben schon viele unsinnige und gefährliche Radverkehrsführungen erlebt und gesehen. Eine derart einseitig ausschließlich auf die Belange des Kraftverkehrs ausgerichtete Gestaltung eines Verkehrsknotens wie im Falle des Knotens Ochsenzoll in Norderstedt verschlägt aber auch uns beinahe die Sprache. Würde es sich hier um ein Bauwerk aus den 1970er Jahren handeln so könnte man den Verantwortlichen immerhin zugestehen, dass es die Fachwelt damals nicht besser wusste. Aber der Knoten wurde nicht vor gut 40 Jahren so gestaltet, sondern im Jahr 2013 fertiggestellt.
Seit der Fertigstellung hagelte es Kritik von allen Seiten, weshalb ein Gutachten über die Sicherheit und den Radverkehr in dem Kreisverkehr beauftragt wurde. In diesem wird eine umfangreiche und teilweise teure Umgestaltung gefordert, was die Verantwortlichen jedoch ablehnen.

Seit dem Jahr 2006 verleiht die bundesweit aktive "Initiative Cycleride" in steter Folge den Negativpreis "Pannenflicken" für unzureichende, unzumutbare, unnötige, unmögliche, unbenutzbare und gefährdende Radverkehrsanlagen. Benutzungspflichtige Radwege, die nie als solche hätten ausgewiesen werden dürfen, unsinnige Führungen, gefährdende Kreuzungen, benachteiligende Vorrangregelungen, miserable Oberflächen, politische Einflussnahme auf die Straßenverkehrsbehörden und generell unzureichende Radverkehrsanlagen stehen genau so zur Wahl wie Streckensperrungen und gängelnde Ampelschaltungen. Anfang Januar 2015 werden die Mitglieder der IC aus allen Einsendungen die "Gewinner" des Pannenflickens 2014 ermitteln und damit Mitarbeiter von Straßenverkehrsbehörden und/oder Politiker "ehren", die - oft wider besseres Wissen - den Radverkehr durch ihre besondere Art der Verkehrsraumgestaltung behindern oder gefährden.


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28 November, 2014

Velorouten entlang Mönckebergstraße an Adventssamstagen traditionell gesperrt

Cycle routes along Mönckebergstraße will be closed the following four saturdays

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Wegen der Weihnachtsparaden werden die ausgewiesenen Velorouten 7, 8, 9 und 10 entlang der Mönckebergstraße morgen und an den folgenden drei Adventssamstagen gesperrt sein.


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Betroffen ist vor allem die in diesem Jahr ausgebaute Veloroute 8 Richtung Horner Rennbahn. In den vergangenen Jahren hatten die zuständigen Behörden keine Umleitungsstrecke für den Radverkehr während der Sperrungen der Mönckebergstraße eingerichtet. Als Ausweichstrecke bieten sich Steinstraße und Ballindamm an.


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Der Buslinienverkehr wird auf die Steinstraße umgeleitet werden, die dort eingerichtete Ersatzhaltestelle beim Johanniswall wird den dortigen benutzungspflichtigen Fakeradweg dauerhaft blockieren. Radfahrer  müssen also den benutzungspflichtigen "Radweg" meiden und Richtung Osten auf der Fahrbahn bleiben.


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Am Ballindamm entlang der Veloroute 5 ist der unsichtbare Fakeradweg vor der Europapassage zu meiden. Während der Einkaufssamstage werden Fußgänger und Kampfparker die Benutzung des "Radweges" unmöglich machen.


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Wegen des vermehrten Fußgängerverkehrs werden auch die unsichtbaren "Radwege" entlang des Wallrings (Steintorwall / Glockengießerwall) an der Querung mit Spitalerstraße und Hauptbahnhof unpassierbar bleiben. Auch dort ist rechtzeitig vor den Konfliktstellen auf die Fahrbahnen auszuweichen, trotz Radwegbenutzungspflicht. Alternativ bestünde die Möglichkeit als Fußgänger das Rad schiebend in ausreichendem Abstand die Versammlungspunkte zu umgegehen.


http://vimeo.com/17246758


Bislang hat es in Hamburg einzig zum "Alstervergnügen" eingerichtete Umleitungen für den Radverkehr entlang Velorouten wichtiger Veloverbindungen gegeben. Die erste Umleitungseinrichtung dazu erfolgte 2013.


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27 November, 2014

"Ich verpfeif dich" - Jaywalker-Kampagne in Köln erntet Kritik

"I am going to tell on you" - Cologne jaywalking campaign criticized


Quelle: KVB


In Kopenhagen gibt sich der bekannte Radverkehrsblogger und Fahrradbotschafter Mikael Colville-Andersen geschockt über die Rotlicht-Kampagne der Stadt Köln, der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) sowie der Kölner Polizei. Nach Colville-Andersen werden Fußgänger mit der Kölner Kampagne verspottet. Die Kampagne reihe sich ein in das in den 1920er Jahren in Amerika erfundene Jaywalking-Konzept, mit dem die Straßen für den Autoverkehr befreit werden sollten. Fußgänger galten fortan als irritierende Hindernisse, während bis zu deren Verunglimpfung die Straßenräume vornehmlich den Fußgängern gehörten und Autofahrer das Fußgängergeschehen respekieren mussten.

Köln will unter dem Motto "Köln steht bei Rot!" und "Ich verpfeif dich" gegen Rotlichtsünder unter Fußgängern vorgehen. Mit im Gespann ist laut Kölner Stadtanzeiger sogar ein Pfarrer. Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers fordert gar die Erhöhung der Bußgelder für Jaywalker zur Verringerung der Unfallzahlen. Während Polizeipräsident Albers die Zunahme von Fußgängerunfällen durch deren Rotlichtverstöße erklärt, forderte dagegen Arnold Plickert, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, zum Schutz von Fußgängern und Radlern grundsätzlich Tempo 30 in Städten.

10 000 Schwerverletzte in neun Monaten – das ist eine erschreckende Zahl. Mit Blitzen alleine werden wir dieses Problem nicht lösen, weil vor allem Fußgänger und Radfahrer oft bei Unfällen verletzt werden, bei denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten worden ist. Deshalb brauchen wir endlich eine ernsthafte Diskussion über Tempo 30 in den Innenstädten und Tempo 90 auf den Landstraßen.


Quelle: KVB / (c) Christoph Seelbach
 

Gestorben wird zunehmend nicht mehr im Auto, sondern vor dem Auto

Sorge bereitete den Experten des GdP-Foums "Verkehrsunfallprävention ist mehr als Blitzen" vor allem die Beobachtung, dass unter den Verkehrsopfern immer mehr Radfahrer und Fußgänger zu finden sind. Während die PKW-Insassen durch die moderne Fahrzeugtechnik immer besser geschützt werden, sind Radfahrer und Fußgänger bei Unfällen schutzlos. Weil immer mehr Menschen Rad fahren und weil gleichzeitig immer mehr ältere Menschen zu Fuß unterwegs sind, bei denen ein Unfall viel gravierendere Folgen hat, als bei den Jüngeren, rechnet der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Michael Mertens sogar mit weiter steigenden Opferzahlen. Eine Prognose, die auch von den anderen Teilnehmern des Forums geteilt wird: Gestorben wird zunehmend nicht mehr im Auto, sondern vor dem Auto. Mertens sieht Radler und Fußgänger zunehmend benachteiligt.
Autofahren ist so sicher wie noch nie. Wer zu Fuß geht, oder mit dem Fahrrad fährt, lebt aber gefährlich. 

Laut einer jüngst veröffentlichen Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) sind die Deutschen mehrheitlich für eine Reduzierung der Regelgeschwindigkeit von 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften. 51% der Befragten empfanden die Regelgeschwindigkeit als zu hoch, dagegen meinten nur 27%, das träfe nicht zu. Laut DVR sei zu erwarten, dass durch eine Absenkung der Regelgeschwindigkeit innerorts sowohl die Anzahl der Unfälle als auch die Unfallschwere deutlich verringert werden könne.


Quelle: DVR


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Unsinniger "Radweg" am Bahnhof Langenhorn Markt

New fake cycle track at Langenhorn Markt station

Tangstedter Landstraße: Kein Fortschritt: Erneuerter "Radweg" an der Bushaltestelle Bahnhof Langenhorn Markt - © Stefan Warda

Hamburgs Radfahrer genießen seit rund einem Monat freie Fahrt entlang der Bushaltestellen bei den St. Pauli Landungsbrücken. Der ehemalige Fakeradweg vor den dauerhaft wartenden Stadtrundfahrtbussen ist ersetzt worden durch eine Radspur, die den Konfliktpunkt mit den Bussen, Fahrgästen, flanierenden Touristen und illegalen Werbeaufstellern umgeht. Nach dem gleichen Prinzip waren vor einiger Zeit auch Haltestellen an der Bramfelder Chaussee und der Holsteiner Chaussee umgestaltet worden. Und auch am Baumwall wurde der konfliktträchtige Fakeradweg entfernt. Radler haben dort eine Spur erhalten, die um den Bereich des haltenden Busses beim Bahnhof Baumwall herumführt. Bei der Umgestaltung des Gänsemarkts wurden dieses Jahr neue Radspuren aufgetragen, die Radler an den haltenden Bussen vorbeiführen, ohne in Konflikt mit Passanten oder wartenden Fahrgästen zu geraten. 

Fortschritt: Neue Radspur an der Bushaltestelle Bei den St. Pauli Landungsbrücken im Verlauf der Velorouten 11, 12 und Elberadweg - © Stefan Warda

Anders dagegen in Langenhorn am Bahnhof Langenhorn Markt. Seit einigen Jahren wird der Knoten an der Tangstedter Landstraße (Ring 3) umgebaut. Schon während der langen Bauphase gab es keine regelkonformen Radverkehrsführungen. Mittlerweile sind die Baumassnahmen fast komplett abgeschlossen. Auf der Nordseite ist ein neuer breiter Radweg entstanden, der halbwegs von wartenden Fahrgästen frei bleibt, weil dort Fahrgäste überwiegend aussteigen und von dort zügig zur U-Bahn gehen.

Tangstedter Landstraße / U-Bahnstation Langenhorn Markt, benutzungspflichtiger Fakeradweg (diese Testfahrt fand mit angemessenem Tempo rücksichtsvoll ohne Klingeln statt und wurde abgebrochen, als absolut kein Durchkommen mehr möglich war. Die Fahrt wurde auf der Fahrbahn fortgesetzt) - © Stefan Warda

Auf der Südseite, auf der es während der Bauphase keine Radverkehrsführung gab, ist prinzipiell alles so geblieben wie vor dem Umbau. Der Fahrgastwechsel von U-Bahnhof auf Busse wirkt sich unmittelbar auf den Radverkehr aus. Große Menschenansammlungen, die auf Busse warten blockieren dauerhaft den Fakeradweg. Da hilft Radlern auch keine Radwegbenutzungspflicht: Auf dem Fakeradweg besteht für Radfahrer tagsüber kein Durchkommen. "Kampfsteher" blockieren in größeren Gruppen gemeinsam den Radverkehr. Obwohl der gesamte Straßenbereich am Bahnhof Langenhorn Markt umgestaltet wurde, haben die Kampfplaner eine sichere und benutzbare Radverkehrsführung schlicht vergessen. Nach historischem Muster werden Radler an der Tangstedter Landstraße weiterhin mitten in Gruppen wartender Fahrgäste gelotst, die überwiegend ahnungslos auf dem "Radweg" stehen. Das hilft höchstens dem Autoverkehr, wenn Radler nicht vom hier rechtmäßigem Fahrbahnradeln Gebrauch machen (solange der "Radweg" blockiert ist).



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26 November, 2014

Verbotene Radwegbenutzungspflicht in Tempo 30-Zone

Forbidden obligation for bad cycle track in speed limit zone


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Regelverstoß in der Tangstedter Landstraße: Tempo 30-Zone (links) und Radwegbenutzungspflicht (rechts) schließen sich nach StVO aus


Die Tangstedter Landstraße in Langenhorn wird derzeit umgebaut. Dies scheint Anlaß genug für die Anordnung einer unzulässigen Radwegebenutzunspflicht innerhalb der ausgewiesenen Tempo 30-Zone. Die Straßenverkehrs-Ordnung untersagt eine Radwegbenutzungspflicht innerhalb von Tempo 30-Zonen. Wegen der Baumaßnahme zwischen Langenhorner Chaussee und Timmweg steht dem Fahrzeugverkehr nur eine Fahrspur zur Verfügung. Der Radverkehr in Gegenrichtung der Einbahnstraße ist daher aufgehoben. Parallel zur Einbahnstraße ist jedoch ein Fakeradweg eingerichtet, der nach einigen Metern mitten im Baufeld verschwindet - sich quasi in Luft auflöst. Gibt es in Hamburg keinerlei Überwachung der massenhaft regelwidrig eingerichteten Verkehrsführungen für den Radverkehr an Baustellen?


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Dies soll der benutzungspflichtige Zweirichtungsradweg in der Tempo 30-Zone der Tangstedter Landstraße sein

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Tangstedter Landstraße / Timmweg: Die Radspur entgegen der Einbahnstraße endet hier ohne Alternative. Der Zweirichtungsradweg aus Richtung Langenhorner Chaussee ist aus Richtung Timmweg nicht angezeigt

Kurioserweise wurde im Zusammenhang mit dieser regelwidrigen Baustelle der Gehweg entlang der Langenhorner Chaussee ab Tangstedter Landstraße Richtung Norden zum benutzungspflichtigen Radweg erklärt. Das Begehen dieses Radwegs ist nach StVO verboten. Der Fußgängerüberweg ist somit vorläufig überflüssig, da er Fußgänger nur auf einen für sie verbotenen Radweg führt. Fußgänger müssen nunmehr entweder den in Fahrtrichtung Norden linken Gehweg benutzen oder als Anlieger auf der rechten Straßenseite gemäß StVO die Fahrbahn benutzen. Ob das angesichts der dunklen Jahreszeit im Sinne der Verkehrssicherheit ist?


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Langenhorner Chaussee / Tangstedter Landstraße Richtung Norden: Deluxe-Radweg

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23 November, 2014

Petition gegen billiges Kampfparken

Petition against cheap car parking on cycle tracks
Aktualisiert am 26.11.2014
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Die "Initiative clevere Städte" startet morgen mit einer Petition gegen das subventionierte und geduldete Kampfparken. Die Initiative fordert die Anhebung der Bußgelder für Kampfparken auf Geh- und Radwegen auf 80 Euro, Kampfparken in zweiter Reihe auf 100 Euro und Kampfparken auf Behindertenplätzen auf 130 Euro.

Laut "Initiative clevere Städte" liegen die Bussen für Kampfparken in Deutschland am untersten Ende im EU-Ranking. Deutschlands Kampfparkersätze liegen 75% unter dem EU-Durchschnitt.

Doch nicht nur die günstigen Bußgelder fördern das massenhafte Kampfparken, auch die mangelnde Bereitschaft vieler Kommunen gegen Kampfparker vorzugehen. Beispielsweise ist der "Radweg" in der Bergedorfer Holtenklinker Straße jeden Tag durch Kampfparker zugestellt. Der örtlich zuständigen Polizei bzw. Straßenverkehrsbehörde ist dies bekannt. Thomas Adrian von der Hamburger Innenbehörde spricht im Umgang mit Kampfparkern von einem "Drahtseilakt für die Politik".

Durch jahrelange bad practice geriet das Empfinden vieler Autofahrer so in Schieflage, dass viele es für ihr gutes Recht halten, andere behindern und gefährden zu dürfen.

Würden wie im Fall der Holtenklinker Straße nach jahrelangem Wegschauen konsequent Kampfparker abgeschleppt, gäbe es haufenweise Proteste - wegen Gewohnheitsrecht.  Zudem würden die Autofahrer klagen, wo sonst sie denn ihre Stehzeuge lassen sollten, wenn nicht auf dem angestammtem Platz auf dem "Radweg".

Ein Versuch des PK17 das Kampfparken entlang der Rothenbaumchaussee zu unterbinden endete mit einem Fiasko. Der Versuch wurde nach heftger Gegenwehr der BILD zurückgenommen, die damalige Verkehrsdirektion Mitte knickte ein gegenüber der Autolobby. In der Rothenbaumchaussee wird zwischen Klosterstern und Hallerstraße zu beiden Straßenseiten auf dem Gehweg geparkt. Erlaubt ist jedoch seit Jahrzehnten unverändert das Gehwegparken in Längsaufstellung. Die Autos stehen jedoch durchweg schräg. Die Restgehwegflächen reichen jedoch nicht mehr für den reibungslosen Fußgängerverkehr inklusive des zugelassenen Radverkehrs.

Parkbussen in der Schweiz

Laut Schweizer Bussenkatalog werden für folgende Vergehen jeweils 120 Franken (ca. 100 Euro) fällig:
  • Parkieren auf einem Radstreifen bis zu 60 Minuten
  • Parkieren auf der Fahrbahn neben einem Radstreifen bis zu 60 Minuten
  • Parkieren auf dem Trottoir, wo dies Signale oder Markierungen nicht ausdrücklich zulassen, ohne dass für Fussgängerinnen und Fussgänger ein 1,5 m breiter Raum frei bleibt
  • Behinderndes Parkieren auf einem Radweg mit darauf nicht zugelassenem Fahrzeug bis 60 Minuten
  • Behinderndes Parkieren auf einem Fussweg mit darauf nicht zugelassenem Fahrzeug bis 60 Minuten
Der deutsche Bußgeldkatakog sieht für das unzulässige Parken auf Rad- und Gehwegen zwischen 20 Euro (Standardkampfparken) und 35 Euro (mehr als eine Stunde und zzg. mit Behinderung) vor. Den Höchstsatz von 60 Euro gibt es für Behinderung von Rettungswagen durch Kampfparken (zzgl. einem Punkt im Sündenregister). Nur durch Abschleppen der Stehzeuge kommen zusätzlich zum Bußgeld weitere wesentlich höhere Kosten auf Kampfparker zu.


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Mit Helmpflicht für Autofahrer und Fußgänger mehr zu bewirken als bei Radfahrern

Helmet law for motorists and pedestrians could be more effective than with cyclists

http://www.clevere-staedte.de/
www.clevere-staedte.de


Um mehr Leben im Straßenverkehr zu retten fordert die "Initiative clevere Städte" eine Helmpflicht für Autofahrer und Fußgänger. Die Initiative beruft sich auf Statistiken. 2011 kamen in Deutschland auf jeden getöteten Radler 1,5 getötete Fußgänger und 4,5 getötete Autofahrer. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt) von 2009 sei die Häufigkeit Kopfverletzung unter Radlern, Fußgängern und Autofahrern und -gefahrenen bei Schwerverletzungen oder tödlichen Unfällen nahezu gleich. Zwischen 64% und 68% bei Schwerverletzten und 85% bis 89% bei Getöteten seien Kopfverletzungen die häufigsten Verletzungen. Heinrich Strößenreuther von "Initiative clevere Städte":

Wenn man es also ernst meint und Kopfverletzungen reduzieren will, dann bitte Werbe- und Politik-Kampagnen starten, damit Autofahrer und Fußgänger Helme tragen. Was wir brauchen, sind deutlich niedrigere Geschwindigkeiten, mehr Können von Kraftfahrzeuglenkern, jährliche Fahrkönnenüberprüfungen und sichere und ausreichend dimensionierte Fahrrad-Infrastrukturen.

Wie kam es bislang zur Reduzierung der Helmfrage - neben Motorradfahrern - auf die Radfahrer? Das Auto konnte seine Dominanz im Straßenraum durch Verunglimpfung seiner Opfer erreichen. Waren es anfangs "Jaywalker", die den Autoverkehr störten, sind es heute "Kampfradler". Das eigene Fehlverhalten verdrängen Autofahrer allzu gerne, zeigen aber gern auf das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Zudem wird von allzu vielen der Vorrang des Autoverkehrs als Norm angesehen. Kontrolle von Kampfparkern oder Kampfrasern gilt als Abzocke, weswegen beispielsweise in Hamburg Rad- und Gehwege entlang vieler Straßenzüge seit Jahrzehnten dauerhaft zugeparkt sind. Zudem sind Tickets für Kampfparker in Deutschland im europäischen Vergleich spottbillig.

Gesellschaftlich nicht anerkannt ist das Helmtragen in den eigenen vier Wänden. Zwar passieren die meisten Unfälle im Haushalt, doch "Hausputz mit Sicherheitskopfbedeckung sei nicht üblich", so der Psychologe der Heliosklinik in Hattingen, die den Aktionstag "Ein Helm für jeden Kopf" veranstaltete. Bei diesem Aktionstag ging es lediglich darum, Schulkindern beim Radeln einen Helm zu verpassen, weil sich dabei der Kopf im Gegensatz zum Hausputz wirksam schützen lasse - so die Argumentation seitens der Klinik.

Opferbashing ist auch beliebt von Seiten angeblicher Verkehrssicherheitsakteure. Der Trick: Mit Verdrehung von Statistiken werden die Opfer gebrandmarkt, um so den Zwang zum Fahrradhelm zu legitimieren. Der Chef der Essener Verkehrswacht behauptete, dass 80 Prozent aller Verletzungen bei Fahrradunfällen Kopfverletzungen seien.


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21 November, 2014

Verkehrsbehörde bilanziert Busbeschleunigung entlang der Linie 5

Transport Authority introduces bus acceleration along line 5

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Grindelallee / Stabi

Senator Frank Horch und Hochbahn-Chef Günter Elste stellten heute das Ergebnis der Busbeschleunigung entlang der Metrobuslinie 5 vor. Neben der Verkürzung der Fahrzeit zwischen Grindelhochhäusern und der Innenstadt um sechs Minuten sollen auch andere Verkehrsteilnehmer von den Baumaßnahmen profitieren.

Mehrere Kreuzungen wurden umgebaut und sicherer gemacht, insgesamt vier Kilometer Radverkehrsanlagen wurden neu angelegt bzw. saniert, Fahrbahnen von insgesamt 18 Kilometer Länge wurden erneuert.

Im Verlauf der Hoheluftchaussee und Hoheluftbrücke gab es durch die Busbeschleunigung jedoch keine Verbesserungen für den Radverkehr. Veränderungen gab es hier durch die Klage eines Radfahrers, der die Aufhebung des Radwegezwangs erreichte.


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Im Rahmen des Hamburger Busbeschleunigungsprogramms werden derzeit noch Feldstraße und Neuer Kamp umgebaut (Veloroute 1, Radfahrstreifen, Busspur mit Radverkehr), geplant sind weitere Umbauten entlang Papenhuder Straße (Schutzstreifen), Mühlenkamp (Schutzstreifen) und Lange Reihe.  


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20 November, 2014

Der reale Irrsinn

Madness

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Der benutzungspflichtige Radweg, auf dem das Radfahren verboten ist: Richtig oder falsch? Oder  handelt es sich bei der Verkehrszeichenansammlung bei der "Ballinstadt" vielleicht um eine Verkehrsschilderausstellung?


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17 November, 2014

Kampagne: Radverkehr als Klimaschutz

Campaign: Cycling for climate



"Zusammen ist es Klimaschutz" heißt die aktuelle Kampagne des Umweltministeriums. Im Rahmen der Kampagne werden in mehreren Videoclips Blogger porträtiert, die aus ihrem Bloggerleben erzählen, u.a. Mortimer Graham über Keirin Berlin und Martin Randelhoff über Zukunft Mobilität. Die Kampagne stellt ab dem 1.12. die Themenwoche "Nachhaltiger bewegen" mit weiteren Infos zu Mobilität vor.




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11 November, 2014

Einparken will gelernt sein

Parking has to be learned

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Die Freunde des motorisierten Individualverkehrs fühlen sich gern als die überlegenen Verkehrsteilnehmer, wenn es um Regeltreue geht. Schließlich zahlen sie ja irgendwelche Steuern - wie andere Bürger allerdings auch, haben gar Kennzeichen an ihren Vehikeln und meinen nicht regelmäßig bei Rot über Kreuzungen zu fahren, wie es offenbar Radfahrer machen. Beim Telefonieren am Steuer mit dem Mobiltelefon sind Autofahrer Radfahrern gegenüber im Vorteil. Hinter der Karosserie fällt das Vergehen nicht so leicht auf - es sei denn an der Fahrweise. Und womit sich Menschen in den vierrädrigen Wohnstuben sonst noch so alles ablenken entgeht oftmals den meisten anderen Verkehrsteilnehmern durch den Sichtschutz.


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Sehr viele Karossenlenker haben allerdings gewaltigen Nachholbedarf in der Abstellpraxis. Wird das Einparken in den Fahrschulen nicht mehr ausreichend geübt, oder meinen die überlegenen Verkehrsteilnehmer diese Disziplin nicht mehr regelkonform ausführen zu müssen? Ohnehin sollen ja alle Straßen irgendwie zu eng sein und Parkplätze sollen sowieso nie dort sein, wo sie gebraucht werden. Aber selbst wenn legale Plätze für Stehzeuge im Straßenraum vorhanden sind machen es sich viele Freunde der Wohnstuben auf vier Rädern allzu bequem.


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Radfahrer ärgern sich über falsch oder behindernd abgestellte Vehikel. Denn Radfahrer führen keine schützende Karosserie bei sich. Falls eine Autotür sich plötzlich einem Radler entgegenstreckt, sollte dieser auf jeden Fall einen ausreichenden Abstand zum jeweiligen Stehzeug einkalkuliert haben. Um nicht in der gefährlichen Dooringzone zu radeln kann es daher sogar notwendig sein außerhalb eines Schutz- oder Radstreifens zu radeln.


Kampfparken auf dem Schutzstreifen Schwanenwik

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Seitdem am Schwanenwik ein neuer Schutzstreifen als Ersatz für den vormaligen Fakeradweg angelegt wurde haben Autolenker Schwierigkeiten den vorgegeben Platz für Stehzeuge zu finden. Kaum eines der Stehzeuge steht in den abmarkierten Bereichen. Radler werden durch Stehzeuge auf dem Sicherheitsstreifen zum Schutzstreifen gefährdet. Sie müssen dadurch umso näher zur Fahrbahnmitte am äußersten linken Rand des Schutzstreifens radeln, wodurch sich wiederum nachfolgende Fahrzeuglenker eingeschränkt fühlen.


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