31. Mai 2015

Auf jeden Einwohner kommt ein Fahrrad - Ula ist die Fahrradstadt in der Türkei

Ula - city of cyclists in Turkey


http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/weltbilder/Tuerkei-Eine-ganze-Stadt-faehrt-Fahrrad,weltbilder4394.html


Der NDR poträtiert die Fahrradkultur in Ula, einer 23.000 Einwohner-Stadt in der Türkei. Sehenswert . . .


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29. Mai 2015

Umbau Klosterstern, Eppendorfer Baum und Rothenbaumchaussee stehen bevor

Renewal of roundabout at Klosterstern
Aktualisiert um 22:38

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Die Verkehrsbehörde plant den behindertengerechten Umbau der Hochbahnstation Klosterstern mit einem Fahrstuhl inklusive Anpassung der Haltestellen für Niederflurbusse. Hierzu seien Eingriffe in den Fahrbahn- und "Radwege"-Verlauf am Eppendorfer Baum erforderlich. Da die Fahrbahn im Bereich des angrenzenden Klostersterns erneuerungsbedürftig sind, erwägt die Behörde zusätzlich einen Umbau des Kreisverkehrs. Einige Anwohner und Gewerbetreibende haben deswegen schon Alarm geschlagen, weil sie den Verlust von Bäumen und Parkplätzen und einem Niedergang der Einkaufsstraße Eppendorfer Baum befürchten.


Fakeradwege Eppendorfer Baum

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Eppendorfer Baum: Die Fakeradwege sollen aufgehoben werden: Als Ersatz Schutzstreifen

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Neben dem Umbau des Klosterstern-Kreisverkehrs steht auch ein Umbau der Rothenbaumchaussee zwischen Klosterstern und Oberstraße zur Disposition.


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Rothenbaumchaussee: Radwege, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen fehlen. Bislang dürfen Radler im Schritttempo auf dem Gehweg der Rothenbaumchaussee beim Klosterstern radeln. Das Schrägparken gilt dort allerdings als Kampfparken, wird aber seit Jahrzehnten polizeilich geduldet. Zukünftig könnte es auch dort Schutzstreifen oder Radfahrstreifen geben


Die Verkehrsbehörde lädt am kommenden Donnerstag zu einer Informationsveranstaltung ein (Kirche St. Nicolai, Harvestehuder Weg, 18-20.30 Uhr). Vom 5. bis 10. Juni soll es ein mobiles Planungsbüro bei der Hochbahnstation Eppendorfer Baum geben. Schließlich wird am 13. Juni ein Planungsworkshop im Gemeindehaus der Kirche veranstaltet. Die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsverfahrens sollen nach den Sommerferien vorgestellt werden.


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Beliebt, aber gefährlich: Geisterradeln am Klosterstern

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In einer Infozeitung hat der LSBG drei Umbauvarianten für den Klosterstern vorgestellt. Variante 1 beschränkt sich auf den Einbau des Fahrstuhls und der Anpassung des Fahrbahnverlaufs und der Bushaltwstelle am Eppendorfer Baum, Variante 2 schlägt einen benutzungspflichtigen umlaufenden Radweg vor, Variante 3 einen Radfahrstreifen. Bei den beiden letzten Varianten soll die Zweispurigkeit der Kreisfahrbahn aufgehoben werden. Derzeit gilt für die noch vorhandenen Radwege rund um den Klosterstern und am Eppendorfer Baum keine Radwegbenutzungspflicht. Die Radwege genügen nicht den Mindeststandards nach der VwV-StVO.


Planung: ANDO YOO Landschaftsarchitektur
Planungsvariante 1 [Quelle: LSBG]

Planung: ANDO YOO Landschaftsarchitektur
Planungsvariante2 [Quelle: LSBG]

Planung: ANDO YOO Landschaftsarchitektur
Planungsvariante3 [Quelle: LSBG]


Die beiden vorgeschlagenen Radverkehrsführungen sind unter Verkehrsexperten jedoch umstritten. Bei großen Kreisverkehren sollten Hochbordradwege ausreichend von der Kreisfahrbahn abgesetzt werden. In den Niederlanden ist diese Variante gebräuchlich. Radfahrstreifen sollen in Kreisverkehren jedoch nicht zur Anwendung kommen. Die Stadt Münster hat beispielsweise zur Entschärfung des großen zweispurigen Kreisverkehrs am Ludgeriplatz auf Radwege und Radfahrstreifen bewusst verzichtet. Seit dem Umbau wird dort im Mischverkehr geradelt. Bei einer Trennung von Rad- und Autoverkehr befürchteten die Münsteraner zusätzliche Gefahren für Radler an den Ein- und Ausfahrten, weil Autofahrer durch die Trennung schneller fahren würden. Der Mischverkehr würde Autofahrer zu einer vorsichtigeren Fahrweise animieren.


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Kreisverkehr in den Niederlanden

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Abgesetzte Furten an großen nierderländischen Kreisverkehren


Für den Eppendorfer Baum und die Rothenbaumchaussee ist die Anlage von Schutzstreifen vorgeschlagen.


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28. Mai 2015

Gedanken zur Verkehrssicherheit in der Europäischen Union

Transport safety in European Union


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Jährlich sterben in Deutschland Tausende als Opfer des Straßenverkehrs. Unfälle, die durch unachtsame Lkw-Fahrer verursacht werden, werden der bösen "toter-Winkel"-Macht angelastet, gegen die die Menschheit machtlos zu sein scheint. Miniradwege im Dooringbereich, die allesamt eigentlich sofort verboten werden müssten, "müssen" in Deutschland schließlich sein, weil ansonsten der "Verkehr" behindert würde, bzw. Deutschlands Straßen enger seien als in Amsterdam, Utrecht oder Kopenhagen und daher eine bundesweite Ausnahmeregelung zu gelten habe. Mit Verkehr ist fast immer nur der Autoverkehr gemeint, den Radfahrer auf der Fahrbahn und auch sonst im Straßenraum nicht behindern sollen. Wo sollen denn all die Stehzeuge hin, die neben Fakeradwegen stehen? Schließlich will kein Politiker den Deutschen das Auto wegnehmen. Lieber ein paar Radfahrer totfahren als mehr Sicherheit beim Radverkehr. Dafür hat die Staatssekretärin im Verkehrsministerin die lächerliche Darth-Vader-Helmkamapgne ersonnen, denn mit Helm sind Radfahrer wiederum bestens auf allen noch so gefährlichen Radwegen geschützt. Keine Autotür erreicht einen Radler im Dooringbreich, sobald der Ministeriumshelm auf dem Kopf sitzt. Kein Autofahrer vergisst den Schulterblick, sobald der Helm aufgesetzt ist. Tolle Idee. Und kein Autofahrer benutzt das Mobiltelefon beim Lenken, sobald ein behelmter Radler in der Nähe ist. Schön wär´s. 


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Ab 1. Juni wird Deutschland wieder einen Schritt sicherer. Dann tritt eine Verordnung in Kraft, die den Benutzerkreis von Paternostern wie in den Grindelhochhäusern oder der Finanzbehörde erheblich einschränken wird. Nur noch besonders eingewiesene Mitarbeiter der Behörden oder Beschäftigte dürfen die beliebten Umlaufaufzüge benutzen. Wer also im Bezirksamt Eimsbüttel in eine der oberen zwölf Etagen zu einem Behördenbesuch oder zur Bezirksversammlung möchte, der braucht zukünftig viel Zeit, denn es gibt nur einen einzigen Aufzug neben dem Paternoster - oder das Treppenhaus. Angeblich soll es einige Unfälle in Deutschland mit den seit 1886 in Hamburg bekannten Paternostern gegeben haben. Deswegen braucht es strenge Sicherheitsauflagen für die letzten noch in Betrieb befindlichen Paternoster.


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Ob demnächst auch Sicherheitseinweisungen für Fahrgäste bei den Europäischen Bahnen erforderlich sind, bevor sie einen Zug besteigen? Schließlich wird derzeit beim Amtsgericht in Hamburg-St. Georg über den Unfall einer Frau verhandelt, die versuchte, nach Abfertigung eines abfahrbereiten Zuges noch beim Anrollen einzusteigen. Die Frau erlitt leichte Verletzungen, u.a. Hämatome und eine Handverletzung. Um solche Unfälle zukünftig zu vermeiden wäre es doch zunächst sinnvoll alle Fahrgäste über die Gefahren beim Einstieg zu belehren. Kein Mensch ohne Belehrung sollte in Europa in einen Zug einsteigen - mal abgesehen von den erfahrenen Mitarbeitern der Bahnen. Am einfachsten wäre es wohl mit dem Ausdruck einer Sicherheitsbelehrung, die beim Kauf einer Fahrkarte mitgeliefert wird und vor Reiseantritt gelesen und durch Unterschrift bestätigt werden müsste. Für E-Tickets müssten natürlich Sonderregelungen gelten. Wahrscheinlich würde sich das kaum ein Mensch durchlesen, da in der Aufregung beim Zustieg in einen Zug auf die allerletzte Sekunde ohnehin oftmals die notwendige Sorgfalt außer Acht gelassen wird. Und wer sich darauf verlässt sein Ticket im Zug nachzulösen? Dann helfen nur noch Bahnsteigsperren, die es bis in die 1970er Jahre in Deutschland gab. Vor Betreten des Bahnsteiges ließe sich jeder Fahrgast zuvor Einweisen über den sicheren Zustieg in einen europäischen Zug. Sicher ist sicher, auf eine Betriebssicherheitsverordnung für den europäischen Bahnverkehr.


Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F008588-0006 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA


Alles soll sicher sein, nur dem Straßenverkehr, dem darf weiterhin großzügig geopfert werden. Vision Zero ist eine schöne Vision, nur Verkehrstöte scheinen immer noch eine Schicksalsangelegenheit zu sein. Anleihen bei der Schweiz mit Via Sicura könnten in Resteuropa weiterhelfen Kampfrasern und Fahrern mit "sportlichem" Fahrstil Einhalt zu gebieten und die Zahl der Verkehrsopfer zu reduzieren. Dann wären z.B. bei Fahrerwettrennen unschuldig getötete Radfahrer oder Fußgänger seltener eine Frage des Schicksals.




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25. Mai 2015

Neue originelle "Radverkehrsführung" an der Stresemannstraße

New funny "cycle track" at Stresemannstraße
Aktualisiert um 20:40

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Seit einiger Zeit gibt es einen neuen "Radweg" an der Stresemannstraße. Zumindest besagt ein Verkehrszeichen 241, dass es sich dort um einen "Radweg" handeln solle. Es betrifft den Abschnitt zwischen Max-Brauer-Allee und Oelkersallee. Da die Nebenfläche einheitlich gepflastert ist, eine Unterteilung in Radweg und Gehweg fehlt, ist unverständlich, wo ein "Radweg" existieren soll. Das Verkehrszeichen 241 zeigt gar den "Radweg" auf der rechten Seite an, also unmittelbar vor den Häusern.


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Wer findet den Radweg auf der rechten Seite?


Jahrelang gab es für diesen Straßenabschnitt keine Radverkehrsanlage, sondern eine Fahrbahnbenutzungspflicht.

Für originelle Einfälle sind Hamburgs Schilderverwalter allerdings immer zu haben. Im weiteren Verlauf der Stresemannstraße war für einige Monate der Fußgängerverkehr nur noch auf der linken Straßenseite erlaubt. Auf der rechten Seite gab es nur einen reinen Radweg.


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24. Mai 2015

Altonaer Bicycle Club zeigt heute Fahrradschätze

Altonaer Bicycle Club shows historic bikes


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Auch heute zeigt der Altonaer Bicycle Club, der älteste Fahrradclub der Welt, im Rahmen der ersten Altonaer Bicycle Days eine Auswahl historischer Fahrräder. Neben den schönen Velos gibt es auch eine kleine Ausstellung zu bewundern.

Hochräder, frühe Kinderräder, Rennräder, Halbrenner, Tandems, Arbeits- und Lastenräder, Alltagsräder, eine Rikscha, und viele andere Räder können in Augenschein genommen undbewundert werden. Gezeigt werden auch weitere Exponate, die häufig einen direkten Bezug zur Fahrrad- und Radsportgeschuchte Hamburgs haben und die teilweise noch nie der Öffentlichkeit präsentiert worden sind.

HausDrei und August-Lütgens-Park (zwischen Max-Brauer-Allee, Chemnitzstraße und Hospitalstraße), 12 - 19 Uhr


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23. Mai 2015

Kein schönes Radeln in Hattingen

Cycling in Hattingen is no fun


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Highlight unter den Radverkehrsanlagen in Hattingen ist der Schulenburgtunnel im Verlauf des Bahntrassenradwegs "Kohlenbahn" bzw. "Von Ruhr zu Ruhr" von Hattingen nach Sprockhövel-Schee mit Anschluß an die Wuppertaler Nordbahntrasse

Fahrradunfreundliches Hattingen

Die WAZ interviewte Robert Dedden vom örtlichen ADFC zur Fahrradunfreundlichkeit Hattingens.

Das Problem ist, dass die Stadt beispielsweise immer nur dann etwas unternimmt, wenn es Beschwerden gibt.

Robert Dedden bemängelt die generelle Untätigkeit der Stadt bezüglich Radverkehrsplanung. Laut einer Mobilitätsuntersuchung von 2014 nutzten nur vier Prozent der Hattinger das Fahrad als Verkehrsmittel, 66 Prozent dagegen das Auto. Auf den ÖV entfielen elf Prozent, rund 20 Prozent betätigten sich als Fußgänger. Mit diesem Modal-Split zählt Hattingen eindeutig zu den autogerechten Städten. Entsprechend uneinladend ist die Hattinger Radverkehrsinfrastruktur.

Hattingen hat für Radwege jährlich nur einen Etat von 10.000 Euro. Das ist zu wenig.

Robert Dedden mahnt Konzepte und Ziele an. Nicht einmal die Erhöhung des derzeit extrem niedrigen Radverkehrsanteils sei für Hattingen geplant.

hamburgize bietet hier einige Eindrücke aus Hattingen.


Auf dem Weg von der Altstadt zum Industriemuseum Heinrichshütte

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Nördlich der Altstadt führt eine überdimensionierte Rennpiste zum Stadtteil Welper. auf halber Strecke liegt die Sehenswürdigkeit Heinrichshütte, heute Industriedenkmal. am Tag der Bereisung endete der Radweg mitten auf einer Straßenbrücke. Radler mussten ihr Radweg über das Geländer wuchten, um anschließend auf der Fahrbahn weiter zu radeln

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An der nächsten Kreuzung verwandelt sich der Radweg in einer Gehweg mit Radelzwang

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Anschließend verwandelt sich der Belag in den Hattinger Standardbelag der Nebenflächen mit Radverkehr, der sowohl für Radweg, für gemeinsame Geh- und Radwege, wie auch für Gehwege mit Freigabe für Radler bei Schritttempo universell zur Anwendung kommt

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Ungünstig die vielen Masten im Kreuzungsbereich, für den modernen Radverkehr vollkommen ungeeignet

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Die vielen Masten könnten leicht zu Unfällen führen, wenn nicht im Rollatortempo geradelt wird

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Anschließend der gleiche Standardbelag ohne Radelzwang

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Kurz vor dem Ziel wenige Meter vor dem Eingang zum Industriemuseum hört der Radelspaß auf dem Gehweg unmissverständlich auf. Radler sollen unmittelbar und ohne jegliche sichere Aufleitung - also über dne Grünstreifen - auf die Fahrbah ausweichen
 
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Wenige Meter weiter eine weitere Aufforderung, . . .

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. . . . die wohl auch unsere Freunde aus dem fahrradfreundlichen Nachbarland verstehen sollen


An der Ruhr

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Vom Industriemuseum Heinrichshütte geht es Richtung Ruhr.

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Die Hattinger haben freundlicherweise einen Wegweiser für Radler Richtung Baldeneysee aufgestellt.

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Wer der Wegweisung folgt, wird wenige Meter weiter enttäuscht. Es handelt sich hier nicht  um eine Radverbindung, sondern einzig und allein um einen Gehweg

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Wenige Meter weiter wird dies nochmals ganz unmissverständlich demonstriert. Liebe Hattinger, bitte verärgert Radler nicht, indem ihr Gehwege als Radverkehrsverbindungen ausweist. Autofahrer werden dich auch nicht durch die Hattinger Fußgängerzone geleitet, mit dem Hinweis "Autofahrer schieben"


Auf dem Weg vom Stadtzentrum zum Bahntrassenradweg "Kohlenbahn" bzw. "Von Ruhr zu Ruhr" Richtung Sprockhövel / Wuppertal

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Das Verkehrszeichen weist auf einen Gehweg mit Radelzwang hin

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Wenige Meter weiter sieht dieser Gehweg wie die Hattinger Universalnebenfläche mit Radverkehr aus. Die Mittellinie deutet an, dass Radler wohl die linke Hälfte nutzen sollen . . .

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An der nächsten Kreuzung ist in der Ferne erkennbar, dass kein Radelzwang mehr auf dem Gehweg besteht. Wer also zügig fahren will, wechselt auf den Asphalt und folgt der scheinbar vrwitterten Furtmarkierung . . .

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Im Anschluss an die Kreuzung der Gehweg mit Radlerfreigabe bei Schritttempo, oder aber der unbeschilderte Seitenstreifen?

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Aber Vorsicht, wer entlang der Blockmarkierung geradeaus die Seitenstraße queren will, macht womögliche einen großen Fehler: Es gibt keine Bordsteinabsenkung im Verlauf der Leitmarkierung

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Einige hundert Meter weiter darf der Seitenstreifen nicht mehr genutzt werden, allerdings kann bei dieser Stellung die Gehwegbenutzungspflicht leicht übersehen werden

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Kurz vor dem Viadukt der ehemaligen Kohlenbahn dann wieder eine unfreundliche bzw. unsinnige Beschilderung, Hattingen ist noch lange keine Fahrradstadt . . .


Radroute Richtung Velbert-Nierenhof

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Warum dürfen Radler hier nicht entlang fahren?




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22. Mai 2015

Sauerland-Radring: "Fahrvergnügen für Familien und Genussbiker"

Cycling along touristic cycle tracks: Sauerland-Radring
Aktualisiert um 20:08

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Heute eine Geschichte aus dem ländlichen Raum: Fernab des Großstadtverkehrs, ohne Gedanken an Radeln auf der Fahrbahn im Stop-and-Go-Rythmus von roter Ampel zu roter Ampel, an Fakeradwege neben Stehzeugen, an Gehupe, Gedrängel und ständige Aufmerksamkeit, sollte es sich auf ehemaligen Bahntrassen entspannt radeln lassen. Wer denkt da nicht an komfortable, asphaltierte Radwege, die sich sanft Flusstäler entlangschmiegen, weite Ausblicke über Bergkuppen und Vogelgeschwitzer? Radeln mitten in der Großstadt, aber dennoch fernab vom Autoverkehr bietet die Nordbahntrasse in Wuppertal. Auf der Trasse stören keine roten Ampeln, kein Auto drängelt sich ohne ausreichenden Abstand vorbei, kein Auto parkt dreist auf der Trasse und niemand reisst beim Vorbeiradeln die Tür auf. Radler, Fußgänger und Skater sind unter sich. Die Kilometer vergehen wie im Fluge. Die Wuppertaler sind beneidenswert um die Nordbahntrasse.


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Weitaus entspannter geht es auf dem Sauerland-Radring zu. Die Werbung verspricht 83 Kilometer Fahrvergnügen für Familien und Genussbiker. Im Gegensatz zur Wuppertaler Nordbahntrasse dominieren auf den Abschnitten einer ehemaligen Bahnlinie Radsportler und andere Freizeitradler. Die Trasse verknüpft kleinere Orte und Städte im Verlauf von Bach- und Flusstälern. Über kleine Missgeschicke bei der Trassenplanung wird gern hinweggesehen, radelt es sich ja draußen in der Natur, überwiegend ohne störende Autogeräusche. Dass in manchen Orten die Bahnbrücken über querende Straßen abgebaut wurde, ist vielleicht ärgerlich. Der Gedanke an hohe Kosten für einen Wiederaufbau der fehlenden Brücken für einen niveaugleichen Trassenverlauf lässt einen so manch steile Passage wieder nahezu mühelos erklimmen. Weniger verständlich sind dann aber die Vorfahrtsregelungen im Verlauf der Trasse. In Eslohe hatte der Radverkehr im Verlauf der Bahntrasse Vorrang vor einigen querenden Wegen. Überwiegend aber sollten Radler anhalten und wieder neu Fahrt aufnehmen, wenn ein schmaler Weg gequert wurde. Angesichts der steten Steigung im Verlauf der Trasse war das ärgerlich, das Radelvergnügen wurde beeinträchtigt. Denn werden selbst im städtischen Verkehr nicht straßenbegleitende Radwege gegenüber querenden Straßen bevorrechtigt, dürfte es doch angesichts des wesentlich geringeren Verkehrsaufkommens an den Waldwegen überhaupt kein Problem sein, die Vorfahrtverhältnisse umzudrehen.


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Eslohe, Marpebachtal: Vorfahrt im Verlauf der Bahntrasse

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Eslohe, Marpebachtal: Vorfahrt im Verlauf der Bahntrasse

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Beispiel Houten (NL): Vorfahrt auf dem nicht straßenbegleitenden Radweg


Aber nun gut, denn solange die Bahntrasse abseits der Talstraßen führte, entschädigten Ruhe oder so manche Abwechslung, wie ein längerer Tunnel, ein Güterwagen, eine Kleinlokomotive und zahlreiche Eisenbahnsignale als Reminiszenz an die frühere Nutzung, als Bahnfahren auch im ländlichen Raum noch selbstverständlich war.


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Mit Rücksicht auf Fledermäuse ist der Tunnel im Winter gesperrt

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"83 Kilometer Fahrvergnügen für Familen und Genussbiker"

Irgendwann war die Ausbaustrecke des Sauerland-Radrings auf ehemaligen Bahntrassen beendet, weil eine Bundesstraße auf die ehemalige Bahntrasse verlegt worden war. Runter von der Trasse, rauf auf die Straße, nein auf "Radwege". Tief im Sauerland, in Schmallenberg, gab es entlang der Bundesstraße benutzungspflichtige Miniradwege. Nun ja, den Anforderungen für eine Radwegbenutzungspflicht werden diese Radpfade nicht gerecht. Interessant war die Tatsache, dass die Einheimischen diese besonderen Teile der Straße, die angeblich der besonderen Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer dienen soll, für ihre Stehzeuge je nach Belieben missbrauchten. Kampfparken auf den Radwegen an der Bundesstraße war in Schmallenberg ganz selbstverständlich. Schließlich fahren nahezu alle Einheimischen Auto, die müssen ja irgendwo abgestellt werden. Nur die auswärtigen Touristen fahren Rad, und kommen so schnell nicht wieder.


Radlpfadbenutzungspflicht und Kampfparker

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Schmallenberg, Hauptstraße: Radpfadbenutzungspflicht

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Schmallenberg, Hauptstraße: Niedliche, kleine, aber benutzungspflichtige Radlpfade entlang der Bundesstraße.
Fußgänger haben hier auch verloren, und werden sicherlich regelwidrig den Radlpfad blockieren

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Auch für Fußgänger nur wenig Platz durch den überflüssigen Radlpfad

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Gibt es in Schmallenberg keine Knöllchenschreiber? Es wartet jede Menge Arbeit . . .


Fragwürdiges Fahrvergnügen auf Horrorradwegen

Am Ortsausgang von Schmallenberg hörte der Spuk mit den überflüssigen "Radwegen" auf. Bei Tempo 100 ging es weiter auf der Bundesstraße zurück zum Ausgangspunkt. Flussabwärts bei leichtem Gefälle radelte es sich recht bequem und flott, wenn auch vereinzelte Autofahrer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit sowie große Lastzüge verbeidonnerten. Nach einigen Kilometern zügigen Radelns begann im nächsten Ort wieder das Trennungsprinzip. Zunächst sollte im Zweirichtungsverkehr der linke Gehweg benutzt werden, später wieder auf den Gehweg der rechten Straßenseite gewechselt werden, anschließend begann ein sehr kurioser Radweg. Diese besondere Art der Radverkehrsführung in Lennestadt verschlägt einem wirklich die Sprache. Der nur maximal 1,6 Meter breite Radweg, der wegen Verlandungen abschnittsweise bis auf nur 1,2 Meter Breite eingeengt ist, soll im Zweirichtungsverkehr benutzt werden. Na gut, nichts neues. Auch in Hamburg musste bis vor wenigen Jahren noch der schmale Radweg entlang der Hummelsbüttler Hauptstraße im Gegenverkehr beradelt werden.


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Lennestadt: Straßenseitenwechsel bei Gehwegbenutzungspflicht

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Nach der nächsten Biegung dann die nächste Überraschung: An der nächsten Bushaltestelle führt der Radweg über die Busbucht. Welches Planungshandbuch haben die Lennestädter oder Verantwortlichen des Kreises Olpe studiert? Was geschieht eigentlich, wenn Radler im Linksverkehr auf eine Busbucht zufahren, und ein Bus kommt entgegen und steuert auf die Busbucht zu? Wer hat Vorrang? Und was machen Radler, die auf eine Busbucht zuradeln, die durch einen Bus blockiert ist? Im weiteren Verlauf wiederbolte sich das Muster an jeder weiteren Haltestelle. Zwischen Radweg und Fahrbahn hatten die Lennestädter sehr schmale Buchten angelegt, auf denen maximal Motorräder oder Roller parken könnten. Von diesem Angebot machten allerdings nicht Zweiradfahrer, sondern Vierradfahrer Gebrauch. Doch diesie parkten nicht in der Bucht und halb auf der rechten Fahrbahn - da würde ja der Verkehr (Autoverkehr) behindert, nein, Autofahrer behindern lieber den Radverkehr auf dem Radweg, der nicht einmal ausreichend breit für den gegenläufigen Verkehr ist.



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Die nächste Herausforderung wäre es den Sauerland-Radring in entgegengesetzter Richtung abzuradeln, also gegen den Uhrzeigersinn. Dabei bietet sich Gelegenheit auf dem linken Radweg den Buskonfliktfall zu erproben sowie den Konfliktfall mit entgegenkommenden Radlern, oder alternativ - aufgrund der Kampfparker auf dem benutzungspflichtigem Radweg - das Fahrbahnradeln und dabei die Geduld der einheimischen Autolenker und Lkw-Fahrer zu testen. Wer keine Ahnung von Radverkehr hat, der fordert angesichts solcher Horrorradwege selbstverständlich das Helmtragen. Aber warum bitte sollen wir uns mit solchen Fakeradwegen zufrieden geben?


Unterdimensionierter Zweirichtungsradweg

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Wenn sich Radler hier begegnen, kann es ziemlich eng und gefährlich werden für den Radler am Rande des Kantsteins . . .



Kampfparken

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Kampfflaneure - Klingeln erforderlich

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Der benutzungspflichtige Radweg scheint gar nicht zu existieren

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Fehlende Wegebeziehungen

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Interessant ist die Anordnung der Radwegbenutzungspflicht für den einseitigen Zweirichtungsradweg bei T-Kreuzungen mit abgehenden Seitenstraßen auf der gegenüberliegenden Straßenseite . . .



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