26 Mai, 2017

Hamburg: Straßenfest für weniger Autoverkehr

Hamburg: Citizens reclaim streets for less car traffic


Max-Brauer-Allee / Holstenstraße, Demo - © Stefan Warda


Ein Wasserrrohrbruch mitten auf der Kreuzung Max-Brauer-Allee / Holstenstraße bescherte den Anwohnern unvorhergesehene Ruhe und weniger Schadstoffe in der Luft. Anlass genug, um letzten Dienstag ein Straßenfest gegen den übermäßigen Autoverkehr in den beiden eng bebauten Straßenschluchten zu demonstrieren. Von 19 bis 22 Uhr verwandelte sich die Kreuzung um die Baustelle in eine Spiel- und Picknickfläche. Könnte es nicht öfters Wasserrohrbrüche geben?


© Stefan Warda

© Stefan Warda

© Stefan Warda


Das kleine, friedliche Straßenfest erinnerte an die Straßenbesetzungen der Stresemannstraße im Jahr 1991, als Anwohner die Straße nach einem Verkehrsunfall in Besitz nahmen und die Beruhigung des Autoverkehrs forderten.


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23 Mai, 2017

Hamburg: Letzter historischer "Radweg"-Abschnitt in der Papenhuder Straße noch erfahrbar

Hamburg: Last historic "cycle path"-part to enjoy in Papenhuder Straße
Aktualisiert um 17:29 Uhr

Papenhuder Straße 26, Ende des noch vorhandenen "Radwegs" - © Stefan Warda

Freunde historischer "Radwege" müssen sich vermutlich beeilen. Ein letzter kurzer "Radweg"-Abschnitt ist derzeit noch in der Papenhuder Straße zu bestaunen. Richtig Norden führt dieser anmutige blassrote Pfad ab Hartwicusstraße auf dem Gehweg entlang direkt bis vor die nächstgelegenen Außengastronomien. Noch dürfen Radfahrer diesen "Radweg" genießen, bis auch dieser Teil vermutlich in Kürze entfernt werden wird. Wenige Meter nach Ende des "Radwegs" müssen Radfahrer die Nebenfläche verlassen und auf die Fahrbahn wechseln. Der ehemalige "Radweg" wurde dort durch neue Gehwegplatten ersetzt.


Papenhuder Straße 26 vor der "Radweg"-Entfernung - © Stefan Warda

Papenhuder Straße, Gehweg nach Entfernung des "Radwegs" und Wildparker - © Stefan Warda

Die "Anlieger" hatten in einem langanhaltendem Bürgerbeteiligungsverfahren durchsetzen können, dass zukünftig als Ersatz für den aufgegebenen "Radweg" das gewöhnliche Fahrbahnradeln vorgesehen ist. So konnte im Rahmen der Straßenumgestaltung die maximal mögliche Anzahl an Stehzeugeplätzen bewahrt werden - ein in manchen Hamburger Bevölkerungskreisen besonders erstrebenswertes Ziel.


Papenhuder Straße, Gehweg auf der Westseite nach "Radweg"-Entfernung: Ausreichend Platz für Fußgänger - © Stefan Warda

Papenhuder Straße, Westseite vor "Radweg"-Entfernung: Kaum Platz für Fußgänger - © Stefan Warda

Nachh Beendigung der Baumaßnahmen an der Kreuzung Papenhuder Straße / Mundsburger Damm wird auch dieses letzte "Radweg"-Relikt wohl nur noch Geschichte sein.


Papenhuder Straße / Hartwicusstraße: Noch erlaubt ein Verkehrszeochen 240 freundlicherweise den Genuss des historischen "Radwegs" - © Stefan Warda


Nachdem die "Radwege" entfernt wurden, gibt es schon erste Beschwerden über Gehwegradler seitens der Anlieger. Offenbar sind die Anlieger sehr froh, dass es nun keine Radverkehrsanlagen Richtung Norden mehr gibt.


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22 Mai, 2017

Hamburg: Fahrradstraße Leinpfad nimmt Gestalt an

Hamburg: Cycle street at Leinpfad going to be finished
Aktualisiert um 15:00 Uhr

Veloroute 4, Leinpfad - © Stefan Warda


Noch ist die Veloroute 4 entlang des Leinpfads wegen Bauarbeiten unterbrochen. Mit Komplikationen muss derzeit an der Kreuzung mit der Maria-Louisen-Straße gerechnet werden. Ansonsten macht die neue Fahrradstraße zwischen Hudtwalckerstraße und Fernsicht einen guten Eindruck. Im südlichen Abschnitt zwischen Fernsicht und Streekbrücke wurde die neue Fahrbahndecke aufgetragen samt neuen Fahrradpiktogrammen. Der frühere schmale Zweirichtungsradweg im Dooringbereich an der Böschung zur Alster ist mittlerweile verschwunden. Für Stehzeuge werden geordnete Parkbuchten hergestellt und Fußgänger bekommen zur Alsterböschung einen angemessen breiten und befestigten Gehweg. Fußgänger werden somit nicht mehr in Konflikte mit Radfahrern verwickelt.


Veloroute 4, Leinpfad / Maria-Louisen-Straße - © Stefan Warda

Veloroute 4, Leinpfad - © Stefan Warda


Noch bleibt die Fertigstellung der wichtigen Kreuzungsbereiche an der Fernsicht und mit der Maria-Louisen-Straße abzuwarten, sowie das Miteinander mit dem später zugelassenen Anliegerverkehr, um ein endgültiges Urteil abgeben zu können. Das bisherige Ergebnis ist aber schon ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem vorherigenm Zustand.


Veloroute 4, Leinpfad: Vor dem Umbau links der schmale unbefestigte Gehweg, daneben der Zwerichtungsradweg im Dooringbereich - © Stefan Warda

Veloroute 4, Leinpfad: Während des Umbaus auf der Nebenfläche der helle Gehwegbelag - © Stefan Warda

Veloroute 4, Leinpfad: Der "Radweg" ist verschwunden. Ein angemessener Gehweg ist nun vorhanden - © Stefan Warda

Veloroute 4, Leinpfad: Nochmals Zustand vor Umbau mit "Radweg" und extrem wenig Platz für Fußgänger - © Stefan Warda




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München: Verkehrsversuch mit grüner Welle bei Tempo 20 in der Schellingstraße

Munich: Pilot with green wave for cyclists along Schellingstraße

München, Kreisverwaltungsreferat - © Stefan Warda


Das Kreisverwaltungsreferat startete am Freitag auf der Schellingstraße den Pilotversuch Grüne Welle für den Radverkehr. Kreisverwaltungsreferent Dr. Thomas Böhle geht von einem Attraktivitätsgewinn für Münchens Stadtverkehr aus.
Bislang hat das in München noch keiner versucht. Wir wollen diesen Sommer unter realistischen Bedingungen ausprobieren, ob sich die Idee umsetzen lässt. Wenn Radlerinnen und Radler mit der Grünen Welle flotter durch den Stadtverkehr kommen, macht es das Fahrradfahren in der Landeshauptstadt attraktiver und München ein Stück fahrradfreundlicher.

Die belebte Schellingstraße im Univiertel mit Linienbusverkehr, Autos und Radlern ist ein anspruchsvolles Testumfeld für den Pilotversuch. Teststrecke ist der rund einen Kilometer lange Abschnitt zwischen Luisenstraße und Ludwigstraße. Die Tests sollen bis Ende Oktober laufen und werden vom Lehrstuhl für Verkehrstechnik der TU München wissenschaftlich begleitet. Studierende werden die Teststrecke beobachten, Verkehrszählungen durchführen und messen, in welcher Zeit die Verkehrsteilnehmer die Strecke zurücklegen. Sie sollen auch Befragungen durchführen.

Weil Fahrradfahrer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs sind, ist es zentral, herauszufinden, auf welche Durchschnittsgeschwindigkeit die Grüne Welle programmiert sein sollte. Diese Frage wollen die Studierenden bei der Auswertung ihrer Daten klären. Zu Beginn des Testlaufs sind die Ampeln so aufeinander abgestimmt, dass sie bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h eine Grüne Welle bilden.

In den Testmonaten will das KVR-Verkehrsmanagement zusammen mit der TU München verschiedene Versuchsreihen durchführen, um die Auswirkungen und den Einfluss der untereinander konkurrierenden Verkehrsarten Fahrrad, Auto und Linienbus feststellen zu können. Da die Beschleunigung der MVG-Buslinien 153 und 154 auch während des Verkehrsversuchs grundsätzlich erhalten bleiben muss, wird die Grüne Welle für Radler Unterbrechungen erfahren. Das ist auch bei Grünen Wellen für Autos so. Vermutlich wird es deshalb eher selten möglich sein, dass Fahrradfahrer ohne einen einzigen Stopp durch die Teststrecke kommen. Ziel ist es, die Zahl der Ampelstopps für Radlerinnen und Radler so weit es geht zu reduzieren. Die Ergebnisse des Verkehrsversuchs sollen bis Mitte 2018 vorliegen und werden öffentlich vorgestellt.


Vorbilder für grüne Welle für Radfahrer finden wir in Deutschland bislang in Berlin und Marburg.

In Berlin gibt es seit 2013 in der Belziger Straße grüne Welle für Radfahrer. Die nächste grüne Welle bei Tempo 20 soll in der Uhlandstraße umgesetzt werden.
 
In Marburg erprobte die Firma Siemens ihr Produkt "Sibike", mit dem nur registrierte smartphonebesitze Radfahrer bei der Lichtsignalanlagensteuerung berücksichtigt werden sollen.

Verkehrsversuche mit grüner Welle in Hamburg wurden wieder eingestellt.
 

Kopenhagen - © Stefan Warda

Am weitesten ist bislang Kopenhagen gelangt. Dort gibt es im Verlauf einiger Einfallstraßen ins Stadtzentrum tageszeitabhängig grüne Welle bei Tempo 20. Damit kommen die meisten Radfahrer über mehrere Kilometer hinweg ohne irgendwelche Stopps entspannt ins Stadtzentrum und nachmittags wieder entgegengesetzt. An manchen Straßen zeigen sogar grüne Lichter am Radwegrand an, ob man noch mit der grünen Welle mitschwimmt.



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21 Mai, 2017

Hamburg: Westwind verhilft Geflüchteten zu grenzenloser Mobilität

Hamburg: Westwind gives refugees unlimited mobility


Übergabe eines Spendenrades an Westwind - © Stefan Warda


Wer gerade seinen Keller entrümpelt und dabei Fahrradersatzteile oder gar alte, ungenutzte Fahrräder findet, kann diese Fundstücke gerne den Helfern von Westwind überlassen. Westwind e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der geflüchteten Menschen kostenfrei zu grenzenloser Mobilität verhelfen will.

Die Annahme von Spendenrädern ist jeden Samstag von 16 bis 19 Uhr am blauen Container auf der hintersten Ecke des Parkplatzes der Rindermarkthalle auf St. Pauli (Zugang Neuer Kamp oder Budapester Straße).


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Hamburg: Altonaer Bicycle-Club zeigt Fahrradschätze

Hamburg: Altonaer Bicycle-Club shows historic bikes


Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda


Heute von 12 bis 18 Uhr gibt es im Rahmen der 3. Altonaer Bicycle-Days Gelegenheit historische und ausgefallene Fahrradschätze bei schönstem Sonnenwetter zu bestaunen oder gar zu kaufen.


Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda

Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda

Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda

Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda

Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda

Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda

Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda

Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda

Altonaer Bicycle-Days - © Stefan Warda


Ort: August-Lütgens-Park / HausDrei, Hospitalstraße 107 


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19 Mai, 2017

Zwischenbilanz der Behörde zum Projekt "Fahrradstadt Hamburg"

Transport Authority gives interim result to project "City of Cyclist Hamburg"
Aktualisiert um 19:16 Uhr

Rahlstedter Weg / Scharbeutzer Straße, Radwegebau - © Stefan Warda


Einen Tag vor Veröffentlichung des "Fahrradklima-Tests" stellte die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) ihre Zwischenbilanz zum Projekt "Fahrradstadt Hamburg" vor.


Bündnis für den Radverkehr

Die drei Säulen Infrastruktur, Service und Kommunikation sollen das Grundgerüst des Bündnisses für den Radverkehr stellen, welches im Juni letzten Jahres von Vertretern des Senats und der Bezirke gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz unterzeichnet wurde. Was ist bereits geschehen und was steht an?

Infrastruktur

Das Veloroutenkonzept der Stadt steht. Es umfasst 14 stadtweite Routen mit einer Gesamtlänge von etwa 280 Kilometern. Nach Abschluss der Beteiligungs- und Planungsprozesse haben die Realisierungsträger nun mit der Umsetzungsphase begonnen. Es sollen lange, zusammenhängende Strecken realisiert und wichtige Lückenschlüsse vorgenommen werden. Einige Beispiele:
  • Veloroute 2
    Abschnitt Schanzenstraße / Weidenallee von Lagerstraße bis Schäferkampsallee, 900 Meter
  • Veloroute 4
    Abschnitt Hudtwalckerstraße von Leinpfad bis Bebelallee, Lückenschluss zwischen Leinpfad und Bebelallee, 140 Meter
  • Veloroute 5
    Abschnitt Leeschenblick – Fabriciusstraße von Gründgensstraße bis Bramfelder Chaussee, 1.190 Meter
  • Veloroute 8
    Abschnitt Horner Weg von Hammer Berg bis Bei den Zelten, 1.200 Meter
Weitere Maßnahmen sollen folgen, um den Ausbau bis 2020 konsequent voranzutreiben. Rund 35 Millionen Euro sollen zur Verfügung (30 Millionen Bundesmittel, rund 5 Millionen Landesmittel) stehen. Der Ausbau des stadtteilverbindenden Bezirksnetzes (z.B. die gekippte Veloroute entlang der Walddörferstraße) werde dabei mitgedacht und wenn möglich eingebunden.
Die Prüfung, inwieweit die Einrichtung von Radschnellwegen möglich und sinnvoll für Hamburg und die Metropolregion sei, soll abgeschlossen sein. Die dazzu vorliegende Analyse durch die TU Hamburg zeige ein hohes Erreichbarkeitspotenzial auf, so dass in einem nächsten Schritt vertiefte Machbarkeitsstudien für sechs Trassen beauftragt würden. Ziel sei perspektivisch eine Anbindung der Metropolregion über Radschnellwege, die so weit wie möglich in das Stadtgebiet geführt und in das Veloroutennetz überführt werden sollen.

Service

Das öffentliche Leihradsystem "StadtRAD" Hamburg wurde auf alle Bezirke und auch periphere Stadtteile erweitert. Der Anfangsbestand von knapp siebzig Stationen wurde enorm ausgebaut - mittlerweile bestehen 206 Stationen mit 2.450 Fahrrädern und im vergangenen Jahr konnten über drei Millionen Fahrten gezählt werden. Das "StadtRAD" leiste einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Mobilität in Hamburg. Zurzeit werde die Neuausschreibung des Betreibervertrages vorbereitet, um das bisherige Angebot fortzuführen.
Die Umsetzung des Bike+Ride-Entwicklungskonzeptes sei in vollem Gange und überall in Hamburg wahrzunehmen – neue Standorte gibt es beispielsweise in Ohlstedt, Othmarschen, Poppenbüttel und Berne. In diesem Jahr sollen 17 weitere hinzukommen, so dass ein Angebot von knapp 2.000 zusätzlichen Plätzen geschaffen werde. Die Anlagen seien sicher, komfortabel und sauber und böten standortabhängig auch die Möglichkeit der Nutzung von Schließfächern - z. B. für Helme oder Regenkleidung sowie Ladestationen für Pedelecs. Die Planungen sollen weitergehen und auch fünf Hamburger Fernbahnhöfe sowie die Digitalisierung des Angebots in den Blick nehmen.

Das Radfahren solle ganzjährig sicher und komfortabel möglich sein. Hierfür sei der "Winterdienst" um knapp dreißig Streckenkilometer erweitert worden. Eine stetige Anpassung und Erweiterung sei vorgesehen. Zusätzlich soll eine verstärkte Laubreinigung durch die Stadtreinigung Hamburg erfolgen.

Kommunikation

Die BWVI war bereits bei verschiedenen Veranstaltungen vor Ort, hat zahlreiche Vorträge zu dem Thema Radverkehr gehalten und macht das Thema immer mehr zu einem Stadtgespräch. Die Präsenz auf Fahrradmessen und Informationsveranstaltungen soll den direkten und unkomplizierten Austausch fördern.
Der Aufbau der Zählsäulen für die sichtbare Erfassung des Radverkehrs soll zur nächsten Radsaison stehen. Die Standorte seien abgestimmt. Die sichtbare Anzeige soll den Radverkehr vor Ort präsenter machen und ein Bewusstsein über die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs in Hamburg schaffen. Die Daten sollen außerdem für die Verkehrsplanung genutzt werden.
Die Weiterentwicklung des Melde-Michels um radverkehrsbezogene Themen als zentrale Adresse für Bürgerinnen und Bürger für Meldungen von Problemstellen im Radverkehrsnetz sei erfolgt.

Was gibt es noch?

Wie bereits bei der Konzeption des Veloroutennetzes und anderen Maßnahmen werde nicht am grünen Tisch geplant, sondern gemeinsam und vor Ort. Schnell und pragmatisch könne auf Hinweise reagiert werden. Wenn sich zum Beispiel zeige, dass die Streckenführung und Beschilderung bei Umleitungen für den Radverkehr in Baustellen optimiert werden muss, geschehe dies umgehend (aktuell: Tiergartenstraße/Umbau CCH). Auch sei bereits auf einen gestiegenen Bedarf im Bereich des Parkraummanagements reagiert worden und das Personal aufgestockt (in den letzten zwei Jahren 25 zusätzliche MitarbeiterInnen im Einsatz).

Perspektive

Vermutlich wird 2018 der nächste "Fahrradklima-Test" durchgeführt und im darauf folgenden Jahr das Ergebnis vorgestellt. Vielleicht zeigen sich dann erste Anerkennungen um die dargestellten Maßnahmen. Bei deutlich mehr komfortablen Streckenkilometern im Veloroutennetz dürfte es zu positiveren Bewertungen kommen. Es ist aber auch mehr Sorgfalt bei der Ausführung der Baumaßnahmen notwendig. Fehlplanungen wie an der Kreuzung Grindelberg / Isestraße, die wieder zurückgebaut werden, schaden dem Image der "Fahrradstadt". Und einige der neu angelegten Velorouten oder Radverkehrsanlagen sind schon jetzt sehr knapp dimensioniert - vor allem angeischts der noch zu erwartenden Radverkehrssteigerung.

Es besteht derzeit noch wenig Aussicht auf wirkungsvolle Verbesserung bezüglich der Wildparker auf Radverkehrsanlagen jeglicher Art oder der sinnfreien Radverkehrsführungen an Baustellen, die weiterhin für sehr schlechte Noten beim "Fahrradklima-Test" stehen. Der bislang kaum spürbar durchgeführte "Winterdienst" auf den Radverkehrsanlagen und im Verlauf der Velorouten (z.B. im Verlauf von Tempo-30-Zonen) könnte zukünftig durch den zu erwartenden Klimawandel obsolet werden. Das Projekt "Fahrradstadt Hamburg" bleibt also weiterhin spannend.


Grindelberg / Isestraße, aktuelle Radverkehrsführung - © Stefan Warda

Grindelberg / Isestraße, aktuelle Radverkehrsführung - © Stefan Warda
 


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"Fahrradklima-Test": Hamburgs Note bleibt nahezu gleich im Vergleich zur vorherigen Umfrage 2014

Cycling index: No progress in Hamburg
Aktualisiert um 17:07 Uhr


Hoheluftchaussee, "Postliesl" - © Stefan Warda

Erste Ergebnisse des bundesweiten "Fahrradklima-Tests"

Hamburg ist noch keine "Fahrradstadt" . Mit der Note 4,2 verharrt Hamburg bei "Noch Ausreichend". 2014 gaben Hamburgs Radfahrer der Stadt die Note 4,3. Die Bemühungen um das Projekt "Fahrradstadt Hamburg" werden offenbar noch nicht wahrgenommen (Note 3,5).

Weiterhin belastend für die Radfahrer sind Wildparker auf Radverkehrsanlagen (Note 5,3), Radverkehrsführungen an baustellen (Note 5,1) und Schmalheit der Radverkehrsanlagen ( Note 5,1). Als vorteilhaft wird das Leihradsystem "StadtRAD" bewertet mit der Note 1,8, sowie Einbahnstraßenöffnungen (Note 2,7) und Erreichbarkeit des Stadtzentrums ( Note 3,1).

Im Vergleich mit den anderen Metropolen ergibt sich folgende Rangfolge:
München Note 3,8 (zuvor 3,7 / -0,1)
Hamburg Note 4,2 (zuvor 4,3 / +0,1)
Berlin Note 4,3 (zuvor 4,1 / -0,2)
Köln Note 4,4 (zuvor 4,3 / -0,1)
Abgesehen von Hamburg sind alle drei anderen Millionenstädte leicht abgesackt. Nur Hamburg hat sich marginal verbessert.


Münster, Fahrräder vor dem Hauptbahnhof - © Stefan Warda

In der Größenklasse über 200.000 Einwohner führt Münster (Note 3,07) nur noch hauchdünn das Feld an gefolgt von Karlsruhe (Note 3,09) und Freiburg (3,28). Die Schlusslichter bilden Köln 4,37, Mönchengladbach 4,41 und Wiesbaden 4,61. Als stärkste Aufholer wurden Bochum, Wuppertal und Augsburg ausgezeichnet. Zu den Absteigern zählen Münster (3,07, vorher 2,50, also -0,57), Aachen (4,18, vorher 3,86, also -0,32) und Magdeburg (4,25, vorher 3,93, also -0,32).


Göttingen, "eRadschnellweg" - © Stefan Warda

In der Größenklasse 100.000 bis 200.000 Einwohner führen Göttingen (Note 3,29), Hamm (Note 3,32) und Erlangen (Note 3,34). Am Ende der Skala liegen Koblenz (Note 4,48), Bergisch Gladbach (4,59) und Hagen (4,72). Pforzheim, Regensburg und Offenbach am Main waren die Aufholer. Der Absteiger ist Recklinghausen (4,25, vorher 3,95, also -0,30).

In der Größenklasse 50.000 bis 100.000 Einwohner liegen Bocholt (Note 2,29), Nordhorn (Note 2,59) und Wesel (Note 3,02) vorn, während Lüdenscheid (4,57), Neuwied (4,67) und Velbert (4,70) auf den letzten Plätzen liegen. Unter den Aufholern waren Marburg, Hanau und Iserlohn. Die Absteiger sind Gütersloh (4,06, vorher 3,68, also -0,38), Lünen (4,05, vorher 3,68, also -0,37), Weimar (4,21, vorher 3,85, also -0,36), Unna (3,65, vorher 3,31, also -0,34), Tübingen (3,45, vorher 3,11, also -0,34), Velbert (4,70, vorher 4,36, also -0,34) und Dormagen (3,38, vorher 3,05, also -0,33).

In der Größenklassen weniger als 50.000 Einwohner führen Reken (1,86), Wettringen (2,08) und Heek (2,11). Am Ende Skala sind Hof (4,55), Völklingen (4,56) und Limbach-Oberfrohna (4,71) zu finden. Baunatal, Gevelsberg und Zirndorf hatten besonders zugelegt. Unter den Absteigern Neuenkirchen, Selm, Schwedt/Oder, Heusenstamm, Langen (Hessen), Wolfratshausen, Melsungen, Tettnang, Rendsburg, Leonberg, Bernburg (Saale), Eisenach, Passau, Limburg (Lahn) und Völklingen.


Hagen, Schwerter Straße / Eckeseyer Straße: Nicht in jeder Stadt stehen Ampelmasten unmittelbar auf "Radwegen" - © Stefan Warda

Die beste Note unter allen Städten erhielt Reken (Note 1,86).
Keine Stadt wurde schlechter bewertet als Hagen (Note 4,72).


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Bundesweiter "Fahrradklima-Test" wird heute vorgestellt

"Cycling climate index" will be presented today
Aktualisiert um 10:37 Uhr

"Elbe-Radweg" an der Billhorner Brücke - © Stefan Warda


Heute sollen die Ergebnisse des bundesweiten Fahrradklima-Tests in Berlin vorgestellt werden. Vorab sollten wir uns alle bewusst machen, dass der Fahrradklima-Test kein Ranking nach wissenschaftlicher Methodik ist. Die Noten, mit denen Radfahrer das Fahrradklima in ihren jeweiligen Städten bewerten, sind nicht untereinander vergleichbar. Die Noten berücksichtigen jeweils nur die Empfindungen der in den jeweiligen Städten lebenden Menschen, denen die Radfahrbedingungen in Sädten anderer Regionen vollkommen fremd sind. Daher kommt es unter den Städten auch zu erheblichen Verzerrungen. Städte mit relativ geringem Radverkehrsanteil (und schlechter oder nicht vorhandener Infrastruktur), in denen also nur wenige Menschen sich freiwillig aufs Fahrrad setzen, schnitten in vielen Fällen bislang besser ab, als Städte mit vielen Einwohnern, die jedoch eine wesentlich höheren Radverkehrsanteil aufweisen.


Veloroute 8, U-Bahnhof Hammer Kirche - © Stefan Warda


Während also Hamburg nach alter Datenlage von 2008 einen Radverkehranteil von zwölf Prozent haben soll, bekam es die Note 4,28. Die Stadt Gevelsberg mit einem Radverkehrsanteil von nur zwei Prozent liegt sogar nahezu gleichauf mit der Note 4,22. Sogar die extrem radverkehrsunfreundliche Großstadt Stuttgart mit einem Radverkehrsanteil von nur fünf Prozent wurde mit der Note 4,02 leicht besser bewertet als Hamburg.  Ebenfalls weniger beliebt ist das Radfahren in Dortmund (Radverkehrsanteil 6,4 %) und Essen (4,9%). In beiden soll das Radfahren jedoch besser gestaltet sein als in Hamburg (jeweils Note 4,0). Tolles Fahrradklima, nur kaum jemand traut sich dort zu radeln? Ein weiteres Beispiel ist die Landeshauptstadt Mainz, die mit 11,6 Prozent einen nahezu gleichen Radverkehrsanteil aufweist wie Hamburg: die Radfahrer in Mainz bewerten ihre Stadt mit der Note 3,71 deutlich besser als Hamburg - trotz sehr schlechter Infrastruktur und überwiegend immer noch regelwidrig angeordneter Radwegbenutzungspflicht. Die Mainzer hätten ihre Stadt wahrscheinlich anders bewertet, wären sie öfters in Hamburg geradelt - und umgekehrt. Sind die Erwartungen in Hamburg höher, weil über Jahrzehnte hinweg immer wieder etwas versprochen und nicht eingehalten wurde? Es bleibt vorerst ein Geheimnis, warum die Radfahrer in anderen Städten, wo sich im Vergleich zu Hamburg nur wenige Menschen auf Fahrradsättel setzen, zufriedener mit ihren Bedingungen sind als Radfahrer in Hamburg.

Wir sind trotzdem gespannt auf die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests.


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18 Mai, 2017

200 Jahre Fahrrad: Ausstellung des Altonaer Bicycle-Clubs

Bike History: Exhibition of historic bikes during Altonaer Bicycle-Days


Mannheim, TECHNOSEUM - © Stefan Warda


Gemeinsam mit HausDrei veranstaltet der Altonaer Bicycle-Club am kommenden Wochenende die 3. Altonaer Bicycle-Days. Dort sollen ausgewählte Exponate aus 200 Jahren Fahrradgeschichte gezeigt werden. Fahrradflohmarkt, Fahrradparcour und Kinderprogramm sollen die Ausstellung begleiten.

Ort: August-Lütgens-Park und HausDrei, Hospitalstraße 107



TECHNOSEUM in Mannheim: 2 Räder - 200 Jahre - © Stefan Warda

Neben dem Hamburger Beitrag zum zweihundertjährigen Geburtstag des Fahrrades gibt es noch einige weitere interessante Ausstellungen.  Das TECHNOSEUM in Mannheim präsentiert noch bis zum 25. Juni die Ausstellung 2 Räder - 200 Jahre. Noch bis zum 30. Juli soll die Ausstellung BIKE - DESIGN - CITY. im Gewerbemuseum in Winterthur besucht werden können. Fortlaufend können die Exponate des niederländischen Fahrradmuseums VELORAMA in Nijmegen bestaunt werden.


Nijmegen, VELORAMA - © Stefan Warda

Nijmegen, VELORAMA - © Stefan Warda


Angesichts des bevorstehenden "Grand Departs" und des Fahrradgeburtstages will das Stadtmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf vom 17. Juni bis 2. Juli die Ausstellung Fahrradgerechte Stadt präsentieren. Die Ausstellung soll u.a. eine einzigartige Sammlung historischer Fahrräder, Dokumente der Verkehrsplanung wie Pläne, Fotos und Videos zeigen.


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17 Mai, 2017

Hamburg: Stadtreinigung setzt auf Cargobikes

Hamburg: Cargobikes for waste watcher


Cargobike für die Stadtreinigung Hamburg - © Stefan Warda


Umweltsenator Jens Kerstan stellte heute auf dem Beatles-Platz die ersten Elektro-Lastenräder der Stadtreinigung Hamburg (SRH) vor. Die SRH testet die Räder gemeinsam mit dem Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) im Forschungsprojekt TRASHH. Die "Technologisch-wirtschaftliche Analyse der Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern in kommunalen Unternehmen am Beispiel der Stadtreinigung Hamburg" (kurz TRASHH) läuft über drei Jahre.


[Stadtreinigung Hamburg]


Umweltsenator Jens Kerstan kommentiert seine Probefahrt: "Viele Fahrzeuge und Fahrten der Stadtreinigung ließen sich bisher noch nicht mit alternativen Antrieben ersetzen. Der Test der Elektro-Lastenräder im Projekt TRASHH zeigt, wie das Unternehmen nachhaltige Technologien erprobt und auf die Straße bringt. So sorgen unsere Profis abgasfrei für mehr Sauberkeit – das ist ein sehr viel-versprechender Ansatz."

Die ersten beiden elektrisch unterstützten Lastenräder setzt die SRH für Reinigungsaufgaben in der Innenstadt und in Bergedorf ein. Weitere Elektro-Lastenräder sind bestellt und sollen insbesondere in der Parkreinigung eingesetzt werden. Im Langzeittest bis 2019 werden die Elektro-Lastenräder in der Praxis erprobt und der Einsatz wissenschaftlich vom DLR untersucht.

SRH-Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Siechau: "Das Projekt zeigt, dass wir uns nicht auf dem Status-Quo der Nachhaltigkeit ausruhen, sondern weiter am Einsatz innovativer Technologien arbeiten. Bei der Mobilität kennt die SRH diesbezüglich kaum Grenzen, nach guten Erfahrungen mit unserer Flotte von Elektro-Pkws sind wir nun gespannt auf die Einsatzmöglichkeiten der Elektro-Lastenräder."

Das Projekt TRASHH wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Anlässlich der Vorstellung der E-Lastenräder sagt Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: "Das Lastenrad hat großes Potenzial im Wirtschaftsverkehr – gerade in seiner E-Variante. Lastenräder können vor allem in Städten und Ballungsräumen dazu beitragen, einen Teil des Wirtschaftsverkehrs umweltschonend und effizient abzuwickeln. Auch für Dienstleistungsbereiche ist das Fahrrad als Transportmittel geeignet. Im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans fördern wir deshalb innovative Pilotprojekte wie hier in Hamburg. Modellprojekte wie TRASHH leisten einen wesentlichen Beitrag, um die Akzeptanz für den Einsatz von Lastenrädern zu erhöhen und eventuelle Hürden abzubauen. Ich freue mich, dass die Hamburger Stadtreinigung mit TRASHH neue Wege für den städtischen Wirtschaftsverkehr aufzeigt."


Cargobike für die Stadtreinigung Hamburg - © Stefan Warda


Weitere Cargo-Bikes im täglichen Einsatz

Neben der Stadtreinigung setzen auch die an die Außenalster anliegenden Bezirke Cargobikes für die Parkpflege ein. Täglich können die Mitarbeiter mit dem Christianiabike bei der Müllentsorgung beobachtet werden.

Christianiabike am Alsterpark Bellevue - © Stefan Warda


 Auch die Deutsche Post betreibt Cargobikes. Für die Briefpostabhoöung bei Großkunden in der Innenstadt sowie die Briefkastenentleerung im stadtzentrum hat die Deutsche post ein BULLIT mit E-Unterstützung im Einsatz, sowie als Rückfallreserve ein Christianiabike.


BULLITT im Einsatz per der Deutschen Post in Hamburg © Stefan Warda

Christianiabike auf der Mönckebergstraße - © Stefan Warda


Viele weitere Anwendungsfelder für Cargo-Bikes noch denkbar

Auf der "VELOHamburg" gab es am letzten Wochenende viele Cargobikes zu bestaunen. Es gibt also noch viele Anwendungsfelder, bei denen Cargobikes im Hamburger Wirtschaftsverkehr zum Einsatz kommen können.


URBAN ARROW auf der VELOHamburg - © Stefan Warda

URBAN ARROW auf der VELOHamburg - © Stefan Warda



Cargobikes im Catering 

Die Hamburger Firma Tricargo beliefert u.a. täglich Kindergärten, andere Unternehmen und Privatpersonen mit Essen und Lebensmitteln. Die E-Cargobikes mit großem Ladevolumen fahren dabei oft am Autostau vorbei.


Tricargo-Lastenrad - © Stefan Warda

Tricargo-Lastenrad - © Tricargo

© Tricargo

Am Stau vorbei - © Tricargo





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