02 Dezember, 2016

Kopenhagen will Lkw-Verkehr sicherer machen

Copenhagen want to reduce accidents caused by trucks


© Stefan Warda


Leider werden auch in Kopenhagen Verkehrsopfer im Zusammenhang mit dem Lkw-Verkehr beklagt. 2016 waren Lkw an vier tödlichen Unfällen in Kopenhagen beteiligt.

Deswegen arbeitet die Stadt Kopenhagen derzeit mit den Städten London, Amsterdam, Wien und Berlin zusammen an einer Strategie zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Lkw, um die Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern in der EU zu reduzieren.


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Hamburg: Neue Radverkehrsführung am Grindelberg ist ein Reinfall

Hamburg: New design for cycle track at Grindelberg under elevated subway failed


Grindelberg / Isestraße: Neue Radverkehrsführung - © Stefan Warda


Seit wenigen Tagen ist die Radverkehrsführung am Grindelberg unter dem Hochbahnviadukt verändert. Stadtauswärts mussten Radfahrer vor dem Umbau im Slalom um den mächtigen Pfeiler kurven. Neuerdings gibt es statt der verschwenkten Führung eine gerade Führung. Zwar sind die Bauarbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen, doch es ist schon erkennbar, dass auch die neue Führung ihre Tücken hat.

Vor dem Umbau wurden Radfahrer unter dem Hochbahnviadukt rechts vom Pfeiler auf der Seite der Marktfläche hindurchgeführt. Diese Führung förderte Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern im Kurvenverlauf und im Bereich des Isemarkt, aber auch zu Konflikten mit Abbiegern vom Grindelberg in den Isemarkt, die Radfahrer gern "übersahen", sowie zu Konflikten mit Abbiegern von der Isestraße Richtung Hoheluftbrücke.


Grindelberg / Isestraße: Alte Radverkehrsführung - © Stefan Warda

Grindelberg / Isestraße: Alte Radverkehrsführung - © Stefan Warda


Die neue Führung sorgt für ganz andere Konflikte. Die Situation mit den Fußgängern hat sich zwar entspannt, aber Radfahrer, die stadtauswärts fahren, sind von Abbiegern aus der Isestraße Richtung Hoheluftbrücke wegen des Betonpfeilers schwer zu sehen. Zudem wird nun regelmäßig die Furt von wartenden Autos blockiert. Die gerade Führung verleitet Radfahrer zwar zu einer zügigen Fahrweise, wegen der schwierigen Sichtbeziehungen empfiehlt es sich jedoch, sehr achtsam und defensiv zu fahren.


Grindelberg / Isestraße: Neue Radverkehrsführung - © Stefan Warda

Grindelberg / Isestraße: Neue Radverkehrsführung - © Stefan Warda

Grindelberg / Isestraße: Neue Radverkehrsführung - © Stefan Warda

Grindelberg / Isestraße: Neue Radverkehrsführung - © Stefan Warda



Gut gemeint, aber nicht gut gemacht

Das neue Kreuzungsdesign wird sicherlich nicht folgenlos bleiben. Konflikte bis hin zu Unfällen zwischen Radfahrern und Autofahrern kann sich jeder leicht ausmalen. Die neue Radverkehrsführung war vielleicht gut gemeint, aber das Ergebnis überzeugt nicht. Eine Nachbesserung muss folgen.



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30 November, 2016

"Radmobil in der Stadt": Hat Osnabrück tatsächlich den Mut fahrradfreundlich zu werden?

Does Osnabrück have the braveness to become cycle-friendly?


Osnabrück, Goethering: Wer fährt gerne auf diesem Gefährdungsstreifen? - © Stefan Warda

"Wir müssen Autofahrern den Raum wegnehmen"

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachen / Bremen (AGFK) wurde gestern über Mobilität in Osnabrück diskutiert. Mit dabei waren u.a. Osnabrücks Stadtbaurat Frank Otte und der Bundesgeschäftsführer des ADFC, Burkhard Stork.


Osnabrück, Goethering: Gefährdungsstreifen - © Stefan Warda

Bislang war Osnabrück nicht als Fahrradstadt aufgefallen, doch die Stadt hat offenbar noch Großes vor. Der Masterplan Mobilität von 2010 sieht vor den Radverkehrsanteil von damals durchschnittlichen zwölf Prozent auf siebzehn Prozent im Jahr 2025 anzuheben. Laut NOZ ist die Stadt Osnabrück mittlerweile sogar noch ehrgeiziger geworden und will bis zum Jahr 2030 einen Radverkehrsanteil von dreißig Prozent erreichen. Dementsprechend müssen alsbald Taten folgen. Stadtbaurat Frank Otte machte gestern deutlich, wie sich die Stadt verändern muss:
Wir müssen Autofahrern den Raum wegnehmen.

Vergleich zu Utrecht: Osnabrück muss klotzen statt kleckern

Mit einem Radwege-Etat von 250.000 Euro für das laufende Jahr 2016 will Osnabrück aber nur rund 1,50 Euro je Einwohner für den Radverkehr ausgeben, eine sehr bescheidene Summe im Vergleich zu fahrradfreundlichen Städten. Die Stadt Utrecht will in den nächsten vier Jahren 180 Millionen Euro für den Ausbau des Radverkehrs ausgeben. Das entspricht etwa 132 Euro je Einwohner und Jahr. Dabei liegt Utrecht heute schon sehr deutlich vor Osnabrück. Derzeit werden in Utrecht 35 Prozent aller Wege mit dem Rad bewältigt. Falls Osnabrück jemals an Utrecht aufschließen will, muss die Stadt jetzt klotzen statt kleckern.


Utrecht, Vredenburg: Echter Radweg - © Stefan Warda


Weiter geht es in Osnabrück mit einem Mobilitätsforum am 1. Dezember, zu dem u.a. Prof. Dr. Heiner Monheim erwartet wird.


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29 November, 2016

Hamburg: Wildfahrer in der Mönckebergstraße nehmen zu. Grüne fordern Schrankensystem

Hamburg: Rule-violating car drivers increasing in Mönckebergstraße. Greens claim for obstacles


Velorouten 7, 8 und 9, Mönckebergstraße - © Stefan Warda


Laut einem Bericht des Abendblatts halten sich immer weniger Autofahrer an die Verkehrsbeschränkungen für die Mönckebergstraße. Grundsätzlich dürfen nur Busse, Taxen und Radfahrer die Mönckebergstraße befahren. Ansonsten sind ausschließlich Lieferverkehre frei. Diese haben täglich im Zeitraum von 21 bis 11 Zufahrt in die Mönckebergstraße und dürfen dort zum Be- und Entladen nur die entsprechend markierten Bereiche benutzen.


Velorouten 7, 8 und 9, Mönckebergstraße / Bergstraße - © Stefan Warda


Die Grünen fordern als Abhilfe ein Schrankensystem, um ignorante Wildfahrer aus der Mönckebergstraße auszuschließen. Zum einen gibt es leider Privatfahrzeuge, die die Mönckebergstraße zu jeder Tageszeit durchfahren, zum anderen halten Privatfahrzeuge für Besorgungen in der Mönckbergstraße. Zudem gibt es erhebliche Liefertätigkeiten auch außerhalb des vorgegeben Zeitfensters.


Velorouten 7, 8 und 9, Mönckebergstraße: Regelwidriger Autoverkehr - © Stefan Warda


Ob sich ein sicheres und zuverlässiges Schrankensystem bei dem äußerst dichtem Busverkehr in der Mönckebergstraße einrichten lässt? In den Niederlanden gibt es häufig versenkbare Pollersysteme, die die Zufahrten in Geschäftsstraßen oder Fußgängerzonen regeln. Wegen der U-Bahntrasse unter der Fahrbahn wären versenkbare Systeme vermutlich nicht einsetzbar. Somit müsste ein Schrankensystem installiert werden, um Wildfahrer auszuschließen. Auf jeden Fall würde dies Umbauten in der Mönckebergstraße erfordern.


Nijmegen: Versenkbares Pollersystem regelt die Zufahrt in die Fußgängerzone - © Stefan Warda


Für den Radverkehr übernimmt die Mönckebergstraße eine wichtige Funktion. Drei Velorouten (Veloroute 7 Richtung Wandsbek / Rahlstedt, Veloroute 8 Richtung Hamm / Bergedorf, Veloroute 9 Richtung Rothenburgsort / Bergedorf) verlaufen gebündelt entlang der Geschäftsstraße und stellen den Anschluß Richtung Westen an die Velorouten zum Hafen, nach Altona und Eimsbüttel her. Attraktive Ausweichrouten sind bislang nicht vorhanden.

 
Nijmegen: Versenkbares Pollersystem regelt die Zufahrt in die Fußgängerzone - © Stefan Warda

Nijmegen: Versenkbares Pollersystem regelt die Zufahrt in die Fußgängerzone - © Stefan Warda




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28 November, 2016

Hamburg: CDU-Abgeordnete fordern Senat auf verstärkt gegen Wildparker auf Geh- und Radwegen vorzugehen

Hamburg: CDU deputies call on the senate to steer more and more against wild car parking on sidewalks and cycle tracks  
Aktualisiert um 18:35 Uhr

Alsterdorfer Straße, "Radweg": Jahrzehntelang geduldetes Dauerwildparken - © Stefan Warda


Im Rahmen eines Antrags zur Sicherung der Mobilität im Alter (Drucksache 21/6156) forderten im September einige CDU-Bürgerschaftsabgeordnete den Senat auf, verstärkt gegen das Wildparken auf Geh- und Radwegen vorzugehen.


Die CDU will offenbar ihre bisherige Haltung zur Wildparkerahndung überdenken. In einem Antrag an den Senat forderten einige Bürgerschaftsabgeorndete den Senat auf verstärkt gegen Wildparken auf Geh- und Radwegen und an Fußgängerüberwegen vorzugehen. Bislang setzte sich die CDU jedoch gerne für die nachträgliche Legalisierung des Wildparkens im gesamten Stadtraum ein und zählte bei Umbaumaßnahmen gerne das Wildparken in die legalen Stehzeugebilanzen ein (Klosterstern, Leinpfad, Wiesendamm, usw.).


Seit dem neuen Antrag darf sich die CDU nicht mehr hinter dem Abzockvorwurf verstecken, wenn neben der Innenstadt und den bewirtschafteten Stehzeugeflächen auch in den Nebenzentren und Wohnvierteln auf die Einhaltung der Parkregeln geachtet wird und Verstöße bestraft werden. Hoffentlich findet sich bald ein Konsens mit der Regierungskoalition bezüglich einer intensiveren Überwachung und Eindämmung des Wildparkens auf Gehwegen und Radverkehrsanlagen. Denn bislang blieben in Hamburg aus politischen Gründen leider viele dauerhaft zugestellte Geh- und Radwege jahrzehntelang ohne Kontrolle, um dem Vorwurf der Abzocke zu entgehen und den autofahrenden Bürger nicht zu verärgern. Mit der Forderung der CDU nach mehr Härte gegenüber Wildparkern dürfte nun aber auch überall dort Wildparken geahndet werden, wo es bislang immer geduldet wurde.


Rothenbaumchaussee, "Gehweg" mit Freigabe für de Radverkehr: Jahrzehntelang geduldetes Dauerwildparken - © Stefan Warda

Rothenbaumchaussee, "Gehweg" mit Freigabe für de Radverkehr: Jahrzehntelang geduldetes Dauerwildparken - © Stefan Warda

Weidenstieg, "Gehweg" mit Freigabe für Längsparken: Jahrzehntelang geduldetes Dauerwildparken in Querstellung - © Stefan Warda


Beispiele für dauerhaft eingeschränkte Gehwege:
  • Alsterdorfer Straße (zwischen Haus-Nr. 365 und 385 wird dauerhaft halbseitig auf dem Geh- und Radweg geparkt)
  • Maria-Loisen-Straße (zwischen Hochbahntrasse und Barmbeker Straße Beeinträchtigung des Gehwegs)
  • Rothenbaumchaussee (erlaubt ist das Längsparken, praktiziert wird das Schrägparken) 
  • Weidenstieg (erlaubt ist Längsparken, praktiziert wird regelwidrig Senkrechtparken auf dem Gehweg)



Walddörferstraße, "Radweg": Jahrzehntelang geduldetes Dauerwildparken - © Stefan Warda


Beispiele für dauerhaft eingeschränkte Radverkehrsanlagen:
  • Alsterdorfer Straße (zwischen Haus-Nr. 365 und 385 wird dauerhaft halbseitig auf dem Rad- und Gehweg geparkt)
  • Barmbeker Straße (zwischen Jarrestraße und Semperstraße gibt es sehr häufig Schrägparker auf dem nur 1,25 Meter schmalen benutzungspflichtigem "Radweg") 
  • Bogenstraße / Veloroute 3 (Radfahrstreifen zwischen Schlankreye und Kleiner Kielort durch Schrägparker beeinträchtigt)
  • Erdkampsweg (bislang geduldetes Wildparken am bzw. auf dem Radweg auf dem Hochbord) 
  • Fruchtallee (zwischen Emilienstraße und Heußweg)
  • Holtenklinker Straße (zwischen Kirchhofsweg und August-Bebel-Straße wird dauerhaft der Radweg in voller Breite zugeparkt) 
  • Maria-Louisen-Straße (zwischen Hochbahntrasse und Barmbeker Straße Blockade des "Radwegs")
  • Sierichstraße (zwischen Hudtwalckerstraße und Maria-Loisen-Straße beeinträchten oder blockieren Wildparker den Radweg)
  • Stresemannallee / Veloroute 3 (zwischen Veilchenweg und Henning-Wulf-Weg wird dauerhaft auf dem einseitigen Zweirichtungsradweg geparkt) 
  • Walddörferstraße (Dauerwildparken auf Radwegen)


Veloroute 3, Stresemannalle: Jahrzehntelang geduldetes Dauerwildparken auf dem Zweirichtungsradweg - © Stefan Warda

Erdkampsweg, Fakeradweg: Jahrzehntelang geduldetes Dauerwildparken - © Stefan Warda


Die jahrzentelange Tradition des toleranten Umgangs mit Wildparkern hat in Hamburg dazu geführt, dass aus gelegentlichem Wildparken geduldetes Dauerwildparken wird, aus geduldetem Wildparken schließlich Forderungen nach Legaliserung resultieren, die in aller Regel zulasten von Radfahrern und Fußgängern durchgesetzt wurden. So wurde über Jahrzehnte hinweg der Raum für Radfahrer und Fußgänger Schritt für Schritt reduziert. Diese Endlosspirale gilt es nun aufzubrechen. Ob die CDU das nun auch verstanden hat? Zweifel sind angebracht, denn noch dieses Jahr forderte die CDU in ihrem Radverkehrskonzept einen "Bestandsschutz für PKW-Parkplätze". Zusätzlich solle es jedoch auch noch mehr Lieferzonen geben, damit Lieferverkehre nicht als Zweite-Reiher-Parker den Verkehr behindern.



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